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01.11.2017 - 14:02 Uhr

Doppelt so viele Ausländer interessieren sich für Einbürgerung


Weil die Vorgaben auf den 1.1.2018 verschärft werden, wollen sich viele Ausländer vorher einbürgern lassen. Allein aus der Stadt Zürich sind rund 1000 zusätzliche Gesuche hängig. (Foto: ls.)

In Zürich habe sich das Interesse an Einbürgerungen in den letzten Monaten stark erhöht, heisst es von den zuständigen Stellen. Grund dafür ist auch ein umstrittener Brief von Stadtpräsidentin Corine Mauch.

Selten hat ein Brief so hohe Wellen geworfen: «Gern laden wir Sie ein, sich genauer über die Möglichkeiten einer Einbürgerung zu informieren, insbesondere wenn Sie Inhaberin oder Inhaber einer B- oder F-Bewilligung sind»: Mit diesen Worten haben sich Stadtpräsidentin Corine Mauch und Stadtschreiberin Claudia Cuche-Curti im Mai an 40 000 Ausländer gerichtet, die schon länger in der Stadt leben und sich einbürgern lassen könnten. Dazu gehören also neben Inhabern des C-Ausweises auch Jahresaufenthalter mit B-Bewilligung und Flüchtlinge mit F-Bewilligung. Seither hat sich das Interesse an Einbürgerungen stark erhöht, wie es von den zuständigen Stellen auf Anfrage heisst. Die Rede ist von momentan gut 1000 zusätzlichen Einbürgerungsgesuchen in der Stadt Zürich. 2016 haben 2752 Ausländer den roten Pass erhalten, das wäre dann eine Zunahme um mindestens ein Drittel.
Michael Lamatsch, Leiter der Stadtzürcher Kanzleidienste, schätzt, dass die zusätzlichen Gesuche die Bearbeitung verzögern. «Es kann sein, dass der eine oder andere Gesuchsteller ein, zwei Monate länger auf die Bearbeitung seines Gesuchs warten muss», so Lamatsch auf Anfrage. Der Grund liege darin, dass das jeweilige Gesuch von der Gemeinde, vom Kanton und vom Bund bewilligt werden müsse. Wird die Anzahl Einbürgerungsgesuche noch steigen? Lamatsch: «Wir brauchen noch zwei Monate, um das genau sagen zu können.» Auf Anfrage bestätigt auch Sarah Notter vom Kantonalen Gemeindeamt, dass die Anzahl der Gesuche aus der Stadt Zürich spürbar gestiegen sei. «Der Anteil an Einbürgerungsgesuchen von Einwohnern in Zürich hat sich von bisher unter 40 auf etwa 50 Prozent der Gesuche im ganzen Kanton erhöht», so die Zwischenbilanz der Leiterin der Abteilung Einbürgerungen.

Zusätzliche Person eingestellt
Relevant ist das Thema Fristen darum, weil auf den 1. Januar 2018 die eidgenössischen Vorgaben für die Einbürgerungen verschärft werden. So ist künftig der Besitz einer Niederlassungsbewilligung (C-Ausweis) zwingend, sowie mündliche und schriftliche Sprachkenntnisse der Landessprache des Heimatkantons. Die Vollzugsverordnung des Bundesrats verschärft auch die Anforderungen im Hinblick auf die Abhängigkeit von der Sozialhilfe. Gibt diese Erhöhung um 1000 Gesuche Probleme bei der Bearbeitung und bei den Fristen? «Entscheidend für die Einreichung des Gesuchs ist der Poststempel», so Sarah Notter. Aber: «Bearbeitet werden die 2017 eingetroffenen Gesuche noch nach altem Recht», betont Notter. Wegen der zusätzlichen Gesuche habe man zur Bearbeitung befristet eine zusätzliche Person eingestellt.

«Viele verzichten weiterhin»
Michael Lamatsch vermutet, dass es immer noch viele Ausländer gibt, die auf die Einbürgerung verzichten. Die Gründe können zum Beispiel bei den Gebühren bis zu 2000 Franken liegen oder daran, dass der Eingebürgerte seinen bisherigen Pass abgeben müsste, weil die doppelte Staatsbürgerschaft in seinem Land verboten ist. Beispiele dafür sind etwa Österreich und die Niederlande. (ls.)

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