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12.12.2017 - 17:33 Uhr

Ab Januar arbeitet der Autor Hernán Ronsino in Zürich


Mit Hernán Ronsino kommt eine herausragende Stimme der argentinischen Literatur nach Zürich. Die Stiftung PWG, der Verein "Writers in Residence" und das Literaturhaus Zürich ermöglichen dieses sechsmonatige Stipendium. Finanziell wird das Projekt grosszügig von Kanton und Stadt Zürich unterstützt.

Die Stiftung PWG, der Verein WiR und das Literaturhaus Zürich können mit Hernán Ronsino bereits den fünfzehnten "Writer in Residence" willkommen heissen. Die Werke des argentinischen Autors mit italienischen Wurzeln werden von der Kritik in eine Reihe mit den grossen Romanen Südamerikas der letzten 50 Jahre gestellt. Ronsino wurde 1975, neun Monate nach dem Staatsstreich durch die Armee, in Chivilcoy geboren, einer kleinen Stadt in der argentinischen Pampa. Nach der Schule zog er nach Buenos Aires, um Soziologie zu studieren. Neben der Arbeit an seinem literarischen Werk, das zwei Erzählbände, drei Romane und ein Kinderbuch umfasst, ist Hernán Ronsino Professor für Soziologie und unterrichtet an der Universität von Buenos Aires sowie an der Faculdad Latinoamericana de Ciencias Sociales (FLASCO). Ab Januar wird Ronsino zusammen mit seiner Frau Catalina Labarca Rivas, der Programmgestalterin des internationalen Literaturfestivals FILBA in Buenos Aires, und ihrer gemeinsamen Tochter für ein halbes Jahr in der von der Stiftung PWG zur Verfügung gestellten Autorenwohnung in Zürich wohnen.

Wichtige Stimme der neueren Literatur Südamerikas

Hernán Ronsinos fragmentiertes und fein verästeltes Erzählwerk in bester lateinamerikanischer Tradition erinnert an die Werke des Uruguayers Juan Carlos Onetti und des Mexikaners Juan Rulfo, aber auch an Faulkner und Beckett. Fast alle Texte Ronsinos spielen in einer Zeit des wirtschaftlichen Niedergangs Argentiniens und einer trostlosen Landschaft verlassener Fabriken und alter Getreidesilos, die in poetischer Verwandlung als "Leuchttürme der Pampa" erscheinen. Und immer kommt den literarischen und politischen Geistern der Vergangenheit eine gewichtige Rolle zu.

Ronsinos in Argentinien und Uruguay erschienene Werke wurden ins Englische, Französische, Italienische, Deutsche, Griechische und Portugiesische übersetzt. Sein erster Roman, "La descomposición" (Interzona, Buenos Aires 2007), erhielt begeisterte Kritiken und wurde unlängst wieder aufgelegt (Eterna cadencia, Buenos Aires 2014). Er bildet den Anfang einer Trilogie der Pampa mit "Glaxo" (Eterna Cadencia, Buenos Aires 2009) und "Lumbre" (Eterna Cadencia, Buenos Aires 2013) und wird zurzeit ins Deutsche übersetzt ("In Auflösung", Bilgerverlag 2018, aus dem argentinischen Spanisch von Luis Ruby).

Auftritte in Zürich

Am Donnerstag, 25. Januar 2018, wird Hernán Ronsino im Literaturhaus unter anderem aus "Lumbre" (spanisch für: Glühen) lesen. In diesem zweiten ins Deutsche übersetzten Roman (Bilgerverlag 2016, aus dem argentinischen Spanisch von Luis Ruby) kehrt der Erzähler Federico Souza nach etlichen Jahren der Abwesenheit in seine Heimatstadt Chivilcoy zurück, weil ihm ein alter Freund der Familie eine Kuh hinterlassen hat. Daraus entwickeln sich zahllose Geschichten über Freunde und Verwandte, Dorfbewohner und historische Figuren, die zusammen ein poetisch-experimentelles Puzzle der politischen und kulturellen Geschichte Argentiniens ergeben.

Bisherige Gastautorinnen und -autoren

Was im Dezember 2010 mit dem finnischen Gastautor Olli Jalonen begann, wurde mit Kiran Nagarkar (Indien), Asli Erdogan (Türkei), Ángela Pradelli (Argentinien), Sreten Ugričić (Serbien), Girgis Shoukry (Ägypten), Noémi Kiss (Ungarn), Teju Cole (USA/Nigeria), Tamta Melaschwili (Georgien), Xiaolu Guo (England/China), Tadeusz Dabrowski (Polen), Shumona Sinha (Frankreich/Indien), Viktor Martinowitsch (Weissrussland) und Ken Bugul (Senegal) fortgeführt. Weitere Informationen unter: www.writers-in-residence.ch.

Warum ein "Writers in Residence"-Programm?

Schreibaufenthalte sind in erster Linie Autorenförderung. Fernab des heimatlichen Alltags - der je nach Herkunftsland das freie Arbeiten durch politische Repression erschweren kann - sollen die Schreibenden die Möglichkeit erhalten, sich intensiv auf ihre Arbeit zu konzentrieren. "Nicht nur die Autorinnen und Autoren erhalten einen Einblick in eine andere Kultur, auch für Zürich ist das Programm eine Chance zu einem breiteren Zugang zur Welt", erklärt Gesa Schneider, Leiterin Literaturhaus Zürich. Das Stipendium wird nicht ausgeschrieben, sondern erfolgt auf Einladung.(pd.)

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