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12.04.2018 - 09:30 Uhr

Videoüberwachung: Mehr Kameras als angenommen


Die VBZ überwachen 20 Haltestellen mit rund 260 Kameras. Die Überwachung beispielsweise am Central ist seit Kurzem flächendeckend. (Foto: ls.)

Eine Zusammenstellung der Lokalinfo zeigt, dass die Stadt Zürich offiziell 3374 Kameras für die Überwachung betreibt. Aufgerüstet haben zum Beispiel die VBZ bei grösseren Haltestellen. Keine Auskunft wollten die SBB geben.

Wer sich zum Beispiel auf dem Central befindet, wird auf Schritt und Tritt gefilmt. Neuerdings ist die dortige Videoüberwachung flächendeckend. Dazu kommt, dass die automatische Gesichtserkennung technisch schon heute möglich ist, wie die Lokalinfo vergangene Woche berichtete.
Nun zeigt sich: Die Zahl der Videokameras der städtischen Verwaltung ist in den letzten Jahren spürbar gestiegen. Die VBZ etwa haben in den vergangenen Monaten das Central, den Stauffacher und die Haltestelle Hardbrücke mit Dutzenden von Videokameras ausgerüstet. So sind diese Orte und weitere mindestens acht VBZ-Knotenpunkte per Video vollständig überwacht. Total sind es an 20 Haltestellen und 2 Seilbahnen etwa 260 Kameras. Dazu kommen etwa 750 Kameras in Bussen und weitere 880 Kameras in den Cobratrams. In den Tram 2000 hat es keine Kameras, eine Nachrüstung ist nicht geplant. Die VBZ erklären, Datenmaterial werde nur «bei vorliegender Herausgabeforderung gemäss Strafprozessordnung» an Externe weitergeleitet. Eine Hürde, die in der Praxis freilich nicht sehr hoch einzuschätzen ist.
Immerhin: Die VBZ, wie zum Beispiel auch die Stadtpolizei, geben über die Anzahl der betriebenen Kameras wenigstens Auskunft. SBB-Mediensprecher Reto Schärli hingegen sagt, «man gebe die Anzahl Videokameras aus Prinzip nicht bekannt». Man sei eine spezialrechtliche AG im Besitz des Bundes und daher nicht zur Bekanntgabe verpflichtet. Ähnlich tönt es vom Flughafen. «Die Kameraüberwachung ist Teil unseres Sicherheitsdispositivs, weshalb wir leider keine Informationen preisgeben können», so eine Sprecherin auf Anfrage.

Stapo: «Keine Tests geplant»
Und die automatische Gesichtserkennung? Diese scheint bei der Stadtverwaltung nicht praktiziert zu werden. Im Fokus: die Stadtpolizei. Neben den stationären Videokameras stehen Videoaufnahmen durch zivile Polizisten bei Demonstrationen und rund um Fussballspiele zur Diskussion. Die elektronischen Dateien «Hooldat», «Polis» und allenfalls auch «Ripol» würden sich ideal anbieten, um deren Daten elektronisch mit aufgenommenen Videodaten abzugleichen. Vom Sicherheitsdepartement heisst es dazu jedoch, man habe weder Tests durchgeführt, noch seien Tests geplant rund um die automatische Gesichtserkennung. Bei der Stadtpolizei Zürich seien zurzeit 138 Kameras im Einsatz, die unter das polizeiliche Videoreglement fallen. So scheint momentan tatsächlich das Sportamt die einzige städtische Abteilung, die sich offiziell Gedanken gemacht hat über die Funktion der Gesichtserkennung. Dabei dauert es laut Fachleuten keine fünf Jahre mehr, bis dies Normalität ist.

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Die Zahlen - die aktuell von der Stadt betriebenen 3374 Videokameras schlüsseln sich folgendermassen auf:
- VBZ: 1890 Kameras
- Schulanlagen: 817
- Spitäler: 196
- Verwaltungsbauten: 177
- Polizei: 138
- Sportamt: 90*
- Letzigrundstadion: 59
- Altersheime: 7

*) Schätzung, wegen Rekurs momentan ausgeschaltet

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