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13.06.2018 - 10:08 Uhr

115 000 wollen streunende Katzen kastrieren


Foto: A. J. Minor

Über 115'000 Menschen verlangen mit ihrer Unterschrift vom Schweizer Parlament die Einführung einer Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen, um die übermässige Vermehrung von Katzen einzudämmen und so das Katzenleid in der Schweiz zu vermindern. Die Petitionsbögen werden heute Mittag in Bern dem Parlament übergeben.
Die im Frühling 2016 von den Tierschutzorganisationen Network for Animal Protection (NetAP) und Stiftung für das Tier im Recht (TIR) lancierte Petition hat von Seiten des Tierschutzes und der Bevölkerung breite Unterstützung erhalten. Heute kann die von über 150 Tierschutzorganisationen mitgetragene Forderung nach einer Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen mit 115’567 Unterschriften dem Parlament in Bern überreicht werden. Mit diesem deutlichen Statement ist der Bund aufgefordert, das in der Schweiz herrschende Katzenleid ernst zu nehmen und die notwendigen Massnahmen für eine nachhaltige und verhältnismässige Bestandesregulierung zu ergreifen.
 
Streunerproblematik in der Schweiz
In der Schweiz leben zwischen 100'000 und 300'000 herrenlose Katzen. Entgegen einer weit verbreiteten Annahme besteht auch hierzulande ein Streunerproblem. Eine der Hauptursachen hierfür liegt darin, dass Privatpersonen (inkl. Landwirte) ihre Freigänger-Katzen nicht kastrieren lassen und diese zusammen mit herrenlosen, unkastrierten Tieren ständig für weiteren Nachwuchs sorgen. Dies, obwohl die Tierschutzverordnung ausdrücklich festhält, dass Tierhaltende alles Zumutbare tun müssen, um zu verhindern, dass sich ihre Tiere übermässig vermehren (Art. 25 Abs. 4 TSchV). Das Paarungsverhalten unkastrierter Freigänger-Katzen unter Kontrolle zu haben, ist für deren Halter aber praktisch unmöglich.Die Streunerproblematik ist mit viel Tierleid verbunden. Vermehren sich Katzen übermässig, bilden sich schnell grosse Kolonien auf engem Raum, was zu Hygieneproblemen und zur Ausbreitung von Krankheiten führt. Viele Tiere sterben qualvoll, weil sie keine medizinische Versorgung erhalten oder nicht ausreichend Nahrung finden. Die unkontrollierte Vermehrung von Katzen führt ausserdem dazu, dass jedes Jahr unzählige ungewollte Jungtiere in Tierheime abgeschoben oder ausgesetzt werden. Insbesondere in ländlichen Gebieten werden unerwünschte Katzenwelpen zudem teilweise immer noch ertränkt oder auf andere tierquälerische Weise getötet.
 
Kastration von Freigänger-Katzen als verhältnismässige Massnahme
Aus diesen Gründen ist die Haltung unkastrierter Katzen mit Freilauf aus Sicht des Tierschutzes höchst problematisch. Die Kastration von Freigänger-Katzen bildet eine verhältnismässige Massnahme, um einen weiteren Anstieg der Streunerpopulation zu vermeiden, das Katzenleid zu verringern und den Katzenbestand in der Schweiz nachhaltig zu regulieren. Die aktuell geltenden Rechtsvorschriften greifen zu kurz. Aus diesem Grund fordern die Petenten mit ihrer Petition, die Tierschutzverordnung in Hinblick auf Freigänger-Katzen mit einer Kastrationspflicht zu ergänzen und die betreffenden Tierhaltenden damit deutlicher in die Pflicht zu nehmen. Die beiden Tierschutzorganisationen hoffen nun, mithilfe des öffentlichen Drucks, der von der Petition ausgeht, das Parlament zur Schaffung einer schweizweit geltenden Regelung zu bewegen, die sämtliche Halter von Freigänger-Katzen verpflichtet, diese von einem Tierarzt kastrieren zu lassen, bevor sie den Tieren Freilauf gewähren. Bisher haben bereits 39 Parlamentarierinnen und Parlamentarier das Anliegen offiziell unterstützt und viele weitere ihre Sympathie für die Forderung ausgesprochen. (pd.)

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