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11.07.2018 - 09:19 Uhr

Komplizierter Achsbruch am Mühlrad in Albisrieden


Seit einigen Monaten hängt das Rad in der Mühle Albisrieden schief. Wann es wieder in Betrieb genommen werden kann, ist noch offen, doch der «Mühlendoktor» ist avisiert.

Das Mehl wird den Albisriederinnen und Albisriedern nicht ausgehen, obwohl ihr Mühlrad gerade stillsteht. Getreide wird im alten Haus hinter der dem A-Park schon seit über hundert Jahre nicht mehr gemahlen.

Grund für den Stillstand ist ein Bruch der Radachse. Abgestellt hat Mühlewart Rolf Weber das Rad vor einigen Wochen. Der Achsbruch hatte sich abgezeichnet. Schon im Winter war das Mühlrad unrund gelaufen, worauf Weber sich die Sache genau ansah und den Schaden mit einfachen Massnahmen zu reparieren versuchte. Vergebens. Unter der Last von Rad und Wasser knickte die Achse im Frühling definitiv ein, sie war durchgerostet, wie sich im Nachhinein zeigte.

«Wohl eine grössere Sache»

«So schlimm hat es noch nie ausgesehen», sagt Hans Amstad. Der Präsident des Ortsmuseums steht im Gebäudeteil der Mühle Albisrieden, in dem das Rad untergebracht ist. Öffentlich zugänglich ist das Mühlrad jeweils an den Abstimmungssonntagen – warum genau dann, weiss selbst Amstad nicht genau – und für Führungen. Normalerweise fliesst von rechts oben das Wasser des Albisrieder Dorfbachs durch einen steinernen Kanal in die Zellen des Mühlrads und treibt dieses an. Nun ist der Kanal trocken. Nur ganz unten im Schacht liegt etwas Wasser. Das Rad, das sonst immer dreht, steht still. «Das gibt wohl eine grössere Sache», sagt Amstad. Am Sonntag, 15. Juli, jedenfalls, an dem da und dort noch zweite Wahlgänge stattfinden, wird die Mühe geschlossen bleiben.

Besitzerin der Mühle Albisrieden ist die Stadt Zürich. Das Gebäude dient als Schulhaus der Musikschule und als Abteilungslokal der Pfadi Rudolf Brun. Vergangene Woche trafen sich die Verantwortlichen der Stadt, des Ortsmuseums und Spezialisten, um den Schaden am Mühlrad einzuschätzen und mögliche Massnahmen zu besprechen. Noch können zu den Kosten und zur Dauer der Reparatur laut Amstad keine Angaben gemacht werden. Der Präsident des Ortsmuseums ist aber zuversichtlich, dass die Stadt das Mühlrad reparieren lassen will. «Bisher hatte auch die Stadt ein Interesse daran, dass das Rad lief und gezeigt werden konnte.»

An die Hand nehmen wird die Arbeiten laut Amstad «Mühlendoktor» Kurt Fasnacht aus Küttigen AG. Dieser hat schon mehrere Mühlen in der Schweiz restauriert und wieder in Betrieb genommen, darunter auch die Mühle Hirslanden.

Getreide, Holz und Schaubetrieb

Das Rad in der Mühle Albisrieden ist vergleichsweise gross, 6,2 Meter beträgt sein Durchmesser. Gefertigt ist es mehrheitlich aus Metall, lediglich die Zellen, in die das Wasser fliesst, sind aus Holz. Gebraucht wurde die Kraft der im Jahr 1230 erstmals erwähnten Mühle bis ca. 1853 für das Mahlen von Getreide, ab 1870 wurde damit eine Gattersäge angetrieben für das Sägen von Holz. Nach 1957 lohnte sich auch das nicht mehr. Das Mühlrad stand still, erst 1991 wurde es wieder in Betrieb genommen. Dies im Zusammenhang mit der Ausdolung des Albisrieder Dorfbachs und seiner drei Zuflüsse.

Letztmals wurde das Mühlrad 2011 revidiert, ersetzt wurden damals aber lediglich Holzteile. Laut Marc Huber von Immobilien Stadt Zürich kostete die Reparatur 58000 Franken. Die Arbeiten wurden zusammen mit weiteren Instandhaltungsmassnahmen am Gebäude der Mühle Albisrieden sowie am zugehörigen Schopf ausgeführt. (David Herter, Text und Foto)

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