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20.07.2018 - 12:53 Uhr

Für die Fische wird es definitiv zu heiss


Forellen benötigen frisches und sauerstoffreiches Wasser. Bei hohen Temperaturen verliert Wasser Sauerstoff. Für Fische kann das den Tod bedeutetn. Foto: A. J. Minor

Was Badegäste freut, ist für die Fische Kampf ums Überleben: Die viel zu warmen Bäche und Seen. Der Schweizerische Fischerei-Verband SFV ist besorgt, weil in den meisten Mittelland-Kantonen bereits Abfischungen vorgenommen werden mussten – und Erinnerungen an den Todessommer 2003 aufkommen. Der Schweizerische Fischerei-Verband SFV schreibt in einer Medienmitteilung, dass Äschen und Forellen, aber auch andere Fische auf die ungesund warmen Gewässer reagieren. Wassertemperaturen über 20 Grad bedeuten für die meisten Fischarten bereits Stress. Ab 23 Grad wird es kritisch. 25 Grad, vor allem über längere Zeitspannen, bedeuten für Äschen und Forellen oft das Todesurteil.

Kommt es zum Massensterben wie 2003?

Der Schweizerische Fischerei-Verband wünscht sich eine längere Regenphase. Doch im Moment deutet meteorologisch leider wenig darauf hin. Im Gegenteil, ungute Erinnerungen kommen an den Hitzesommer 2003 hoch. Damals waren die Gewässer sehr warm – im Rhein wurden zum Beispiel 27 Grad gemessen – was zu einem Massensterben bei den Äschen geführt hat. Noch ist es nicht ganz so weit. „Aber, wir sind in grosser Sorge“, sagt Philipp Sicher, Geschäftsführer des Schweizerischen Fischerei-Verbandes SFV. „Die Zeichen stehen auf Tragödie.“ Aus vielen Kantonen sind bereits Abfischungen bekannt (Fischereiaufseher und/oder Fischer retten Fische aus trocknenden Gewässern siedeln sie um).

 

Was kann man tun?

Auf das Wetter hat – nicht einmal! - der Fischerei-Verband Einfluss. Immerhin, ganz machtlos ist die Zivilgesellschaft nicht. Wenigstens das kann man tun:

·       Nicht durch übermässigen Schiffsverkehr die immer eingeschränkteren Lebensräume unnötig aufwühlen.

·       Auf gar keinen Fall Wasserentnahmen aus Gewässern (zum Beispiel Bewässerung für die Landwirtschaft) vornehmen.

·       Badende sollten unbedingt Kaltwasserzonen (in diese ziehen sich die Fische automatisch zurück) meiden.

·       Fischer: Warme Gewässer nicht bewaten und befischen, um unnötigen Stress für die Tiere zu vermeiden.

Über den Tag – will heissen über den Hitzesommer 2018 – hinaus macht die Situation deutlich, wie wichtig natürliche Lebensräume dank Renaturierungen sind.  Dabei ist der Häufung von Trockenperioden noch mehr Beachtung zu schenken. Beschattung und Tiefwasserkolke als Rückzugsorte werden dabei immer wichtiger Neben der Sonneneinstrahlung ist auch entscheidend, wie der Umgang mit Abwärme aus Abwasser und Industrieanlagen ist. Und überhaupt: Das Klima schlägt zurück, weil wir zu wenig achtsam mit der Natur umgehen und nach wie vor zu viele fossile Brennstoffe zulassen. (Bi./pd.)

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