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09.08.2018 - 17:35 Uhr

Wenig Wespen - mit viel Hunger


Allergikerinnen und Allergiker aufgepasst: Die Wespen fliegen jetzt. Da sie aufgrund der Trockenheit kaum Nahrung finden, verhalten sie sich sehr beharrlich. Bei unbedachtem Verhalten können sie gefährlich werden – und zwar nicht nur für Menschen mit einer Insektengiftallergie. aha! Allergiezentrum Schweiz gibt wertvolle Ratschläge.

Sie sind jetzt an jedem Grillfest und beim Zvieri in der Badi dabei – ungeladen: die Wespen. Zwar ist in diesem Jahr nicht mit einer «epidemieartigen Ausbreitung» zu rechnen wie in anderen Jahren, wie Christian Schweizer von der eidgenössischen Forschungsanstalt Agroscope bestätigt. Allerdings seien die Insekten heuer eher aggressiv unterwegs, denn die Hitze geht auch ihnen ans Lebendige: «Durch die Trockenheit finden sie viel weniger Nahrung als üblich, es gibt weniger Raupen, die sie jagen können und auch kaum faulende Früchte am Boden.» Darum versuchen sie im Moment beharrlich von unseren Tellern zu stehlen, um ihren Nachwuchs zu füttern. Wespen mögen nämlich dasselbe wie wir, zucker- und kohlenhydratreiche Getränke und Speisen sowie als Insektenverzehrer auch tierisches Eiweiss. Es ist daher wichtig, sich richtig zu verhalten:

1.      Insektenstichen vorbeugen

In der Nähe von Wespen sollte man sich ruhig verhalten, denn «hastige Bewegungen sehen die schwarz-gelben Insekten als Gefahr», weiss Karin Stalder, Expertin von aha! Allergiezentrum Schweiz. Sie betont zudem: «Keine Essensreste offen liegen lassen und Kindern nach dem Essen den Mund abwaschen.» Aus Flaschen oder Dosen sollte nie direkt getrunken werden und im Gras sollte man immer Schuhe tragen. Da Düfte Wespen anziehen, verzichtet man am besten auf stark parfümierte Haarsprays, Shampoos und Sonnencremen.

2.      Bei einem Stich richtig handeln

Sticht die Wespe dennoch zu, müssen Sofortmassnahmen ergriffen werden – egal, ob Allergiker oder nicht. «Kaltes Wasser oder Eiswürfel lindern den Schmerz und die Schwellung», weiss die Expertin. Bei einem Stich in den Mund muss sofort ein Notarzt alarmiert werden, da unter Umständen die Atemwege zuschwellen können. «Kühlen des Halses von innen und aussen hilft vorübergehend die Schwellung möglichst klein zu halten. Etwa mit Eiswürfeln oder Glacé», so Karin Stalder.

3.      Allergisch oder nicht? Die Symptome kennen

Eine normale Reaktion auf einen Stich ist eine bis zu zehn Zentimeter grosse, schmerzhafte und juckende Schwellung mit Rötung, die innerhalb von wenigen Stunden wieder abklingt. Ist die Schwellung grösser und dauert über 24 Stunden, spricht man von einer schweren Lokalreaktion. «Aber auch diese ist nicht grundsätzlich gefährlich», beruhigt die Expertin. Wenn aber Symptome mit lokalen Schwellungen, Juckreiz, Nesselfieber, Erbrechen bis hin zu Atemnot und Herzrasen auftreten, dann muss sofort ein Notarzt gerufen werden: «Es handelt sich um eine allergische Reaktion, die mit darauf folgendem Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit, Atemstillstand oder sogar Herz-Kreislauf-Kollaps lebensgefährlich sein kann. Das ist ein sogenannter anaphylaktischer Schock», so Karin Stalder.

4.      Allergiker: Notfallset immer bei sich tragen

Von einer lebensbedrohlichen Insektengiftallergie sind in der Schweiz etwa 3 bis 4 Prozent der Bevölkerung betroffen. Bereits ein Stich kann für sie gefährlich sein. Für sie gilt: Immer ein Notfallset auf sich tragen, das der Arzt verschrieben hat. «Sofort nach dem Stich sind die verordneten Medikamente wie Antihistaminika, Kortison und allenfalls eine Adrenalinfertigspritze zu verabreichen, bevor es zu den ersten allergischen Reaktionen kommt. Anschliessend ist der Notarzt zu rufen», mahnt Karin Stalder. Ein Verdacht auf eine Insektengiftallergie sollte beim Arzt abgeklärt werden.

5.      Erfolgreich bei der Ursache ansetzen

Mit einer Desensibilisierung/Spezifischen Immuntherapie (SIT) kann eine Insektengiftallergie ursächlich angegangen werden. Die Expertin von aha! Allergiezentrum Schweiz: «Die Behandlung dauert zwischen drei und fünf Jahren und führt bei 95 Prozent der Patienten zu einem vollständigen Schutz». (pd./Foto: ajm.)

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