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14.09.2018 - 10:19 Uhr

Jugendrotkreuz schwang sich aufs Velo


Geflüchtete Jugendliche aus Leimbach erkundeten mit dem Velo die Stadt Zürich. Foto: zvg.

In einem Pilotprojekt des Jugendrotkreuzes (JRK) Zürich lernen geflüchtete Jugendliche aus Leimbach das Velo besser kennen. Die erste Tour ging durch Zürich.

«Schon viel besser», keucht Jamilah*, tritt kräftig in die Pedale und kämpft sich den Hügel hoch. Zuvor hatte sie versucht, im sechsten Gang die Steigung zu bewältigen. Dass ein Fahrrad normalerweise eine Gangschaltung besitzt und wozu diese da ist, wusste sie nicht. Zusammen mit der Unterstützung einer Freiwilligen des Zürcher Jugendrotkreuzes (JRK) lernte sie diese Funktion kennen.
Jamilah ist eine von mehreren Jugendlichen, die an einem der Fahrradkurse des JRK Zürich teilnimmt. Die anderen Jugendlichen warten bereits einige Meter weiter vorne vor einem «Vorfahrt gewähren!»-Schild. Als alle aufgeholt haben, erklärt ein Freiwilliger, was es mit dem umgedrehten Dreieck auf sich hat.

An diesem Samstag fährt die Gruppe über das Viadukt in Zürich. Es ist ein heisser Sommertag, die Zürcherinnen und Zürcher baden in der Limmat, sitzen im Café oder liegen auf der Josefwiese. «Diesen Park kannte ich noch nicht.», sagt Samir*, ein Jugendlicher aus Afghanistan, und schaut einer Gruppe von jungen Männern beim Fussballspielen zu.

Velofahren für Unabhängigkeit

Auf dem Fahrrad kommt man eben nicht nur schnell und günstig von A nach B – bei einer Tour durch die Stadt kann man viele neue Orte kennenlernen, an denen sich das öffentliche Leben abspielt. Neben der Sicherheit und der Stärkung des Selbstbewusstseins geht es in dem Projekt nämlich auch um Integration. Mobil zu sein bedeutet ein Stück Unabhängigkeit und die Möglichkeit, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Den Rückweg machen die Jugendlichen dieses Mal noch mit dem öffentlichen Verkehr. Vielleicht nicht mehr lange. «Ich hätte gerne ein eigenes Fahrrad, um damit zur Schule zu fahren», sagt Jamilah. Ihre Freundin nickt eifrig.
Das Projekt entstand auf Anfrage der Zürcher Fachorganisation AOZ (ehemals Asylorganisation Zürich), welche die unbegleiteten Minderjährigen in einer Liegenschaft an der Leimbacher Stotzstrasse betreut. Zu Beginn des Projektes wurden die Jugendlichen nach ihren Wünschen zu Freizeitaktivitäten befragt. Ein viel genanntes Bedürfnis war Fahrradfahren. Mobilität stellt für Menschen aus dem Asylbereich immer wieder eine Herausforderung dar. Das AOZ-Programm «Züri rollt» und der Verein Pro Velo Zürich unterstützten das Pilotprojekt, indem sie Fahrräder und Helme zur Verfügung stellten. (e.)

* Name geändert.

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