Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich

11.10.2018 - 18:10 Uhr

Hanny Fries: Ausstellung zum 100. Geburtstag


«Toulon», entstanden 1950, Tusche auf Papier: Ein Werk der Zürcher Künstlerin Hanny Fries. Foto:Reto Pedrini © Stiftung Righini-Fries, Zürich zvg.

Zum 100. Geburtstag von Hanny Fries (1918–2009) zeigt das Atelier Righini-Fries die gross angelegte Schau «Lungomare». Es sind Werke, die die Künstlerin während ihrer Sommeraufenthalte in Frankreich und Italien geschaffen hat. Unter der Sonne des französischen Südens entdeckte Hanny Fries ihre zeichnerische Passion für die Küstengegend und das Meer. In den Fischerdörfern, den Häfen, an den Uferpromenaden und Badestränden fand sie viele Bildmotive, die sie ein Leben lang faszinieren sollten. Vor Ort entstanden eine Vielzahl an Tusch- und Bleistiftzeichnungen, die nun erstmals in dieser Fülle zu sehen sind.

Ein Hauch von Provence
Als Hanny Fries nach zehnjährigem Aufenthalt in Genf und der Trennung von Ludwig Hohl (1904–1980) Ende 1948 nach Zürich zurückkehrte, lernte sie den Bildhauer Hans Aeschbacher (1906–1980) kennen. Die Sommer 1949 und 1950 verbrachte sie auf dessen Anwesen in Six-Fours-les-Plages in der Provence und erkundete von dort aus die Gegend. Auch in den Folgejahren unternahm sie verschiedene Reisen ans provenzalische Meer. Aufträge für Buchillustrationen führten sie zudem nach Venedig und an die Côte d’Azur. Im Jahre 1970 gelangte Hanny Fries über Freunde an den kleinen Küstenort Castiglione della Pescaia in der Toskana, der fortan zu ihrem beliebtesten Reiseziel werden sollte. Während vieler Jahre verbrachte sie jeweils den Frühling in Frankreichs Süden und die Sommerfrische im italienischen Castiglione. Die Kombination von «savoir vivre» und «dolce far niente» schlug sich in ihren Zeichnungen nieder, die eine bemerkenswerte Leichtigkeit und Beiläufigkeit ausstrahlen.
Ihr Interesse galt dem alltäglichen Leben und Treiben jenseits touristischer Sehenswürdigkeiten. Mit untrüglichem Gespür für die Schönheit des Unscheinbaren entwarf Hanny Fries ihre maritimen Szenen voll stiller Poesie und sanfter Ironie. Während sie in Frankreichs Süden Häfen mit Kränen und Schiffen, Fischer und Matrosen oder Flaneure an der Côte d’Azur zeichnete, waren es später in Italien vor allem mit Sonnenanbetern belebte Badestrände, kleine Bars und Cafés oder mit Olivenöl, Fisch und «porchetta» (Spanferkel) garnierte Verkaufsstände. Dabei bediente sie sich fast ausschliesslich der Tusche und des Bleistifts und unterlief damit die gängigen Erwartungen an die Farbigkeit des Südens.

Entdeckungsfreudige Künstlerin
Auf ihren Reisen sammelte Hanny Fries Eindrücke und Beobachtungen, die sie mit schnellen Strichen in ihren Skizzenbüchern festhielt. Manches verwertete sie später zu ausgearbeiteten Zeichnungen oder Gemälden, anderes blieb Rohentwurf.
Die Ausstellung macht die Künstlerin in ihrer Eigenschaft als enthusiastische Reisende und entdeckungsfreudige Beobachterin erlebbar. Sie zeigt eine Fülle von Zeichnungen im Zeitraum von 1949 bis 1999 und erzählt mit leiser Wehmut von vergangenen Sommern des Südens und des «dolce far niente» am Meer. Kuratiert wird die Schau von Guido Magnaguagno und Susanna Tschui. (pd.)

< Fachausweise für 30 junge Berufsleute

Anzeigen

Galerien

Aktuelle Ausgaben

Züriberg vom 13. Dezember 2018
Zürich 2 vom 13. Dezember 2018
Zürich Nord vom 13. Dezember 2018
Zürich West vom 13. Dezember 2018
Küsnachter vom 13. Dezember 2018
Küsnachter Amtlich vom 13. Dezember 2018

Sonderzeitungen

Ausstellungsführer Neuer Norden 2018
Neuer Norden 2018
Abenteuer Stadt Natur 2018
Tonhalle
Literaturforum booXkey
Partnerpublikation der Lokalinfo AG
Stadt-Anzeiger Glattfelder Kilchberger Klotener Anzeiger