Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich

18.10.2018 - 12:12 Uhr

Zirkus Chnopf lacht und weint


Mit einem Crowdfunding hat der Zirkus Chnopf die Saison retten können. Aber auch im nächsten Jahr bleibt das Geld knapp.

Nach der Saison ist vor der Saison. Was für Fussballerinnen und Fussballer gilt, gilt auch für Zirkusartistinnen und -artisten. Und für Zirkusdirektoren. Dieser Tage sind die fest angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zirkus Chnopf aus den Ferien zurückgekehrt in ihr Quartier auf dem Kochareal. Und haben mit den Vorbereitungen begonnen für die nächste Tournee. Die letzte Saison hatte für die Zirkusleute mit einem Erfolg geendet. Nach gelungenen Aufführungen vor begeistertem Publikum war es Zirkusleiter Konrad Utzinger und Produktionsleiter Dave Sieger im letzten Moment noch gelungen, ein grosses Loch in der Kasse zu stopfen. Auf einen Aufruf hin gingen auf einer Crowdfunding-Plattform im Internet Spendenzusagen von 25 000 Franken ein. Mit dem Geld konnte der Zirkus die noch offenen Rechnungen zahlen.

Leben von der Hutkollekte

In die neue Saison starten Utzinger und Sieger mit einem Rückschlag. Erneut erhält der Zirkus Chnopf von der städtischen Kulturförderung kein Geld. Nach dem Nein vor einem Jahr sei er dieses Mal guten Mutes gewesen, einen Beitrag zu erhalten, sagt Produktionsleiter Dave Sieger. 60 000 Franken hatte der Zirkus mit einem Dreijahresplan bei der Kulturförderung beantragt. Über die Gründe für die neuerliche Absage kann Sieger vorläufig bloss rätseln. Natürlich gebe es viele kulturelle Institutionen und Anlässe, die bei der Stadt Geld beantragten. «Dass aber immer wieder wir leer ausgehen, verstehe ich nicht», sagt Sieger. Vielleicht habe es damit zu tun, dass ein Zirkus in keine der Kategorien Theater, Musik und Tanz der Kulturförderung richtig reinpasse.

Mittellos muss der Zirkus Chnopf dennoch nicht in die neue Saison starten. Vom städtischen Sozialdepartement erhält er wie im vergangenen Jahr 15 000 Franken aus einem Quartierkredit, vom Kanton Zürich weiterhin 40 000 Franken für die Förderung von jungen Artistinnen und Artisten. Dazu rechnet Sieger mit guten Einnahmen aus der Hutkollekte am Schluss der Vorführungen. Zwischen 60 und 70 Prozent betrage der Selbstfinanzierungsgrad des Zirkus Chnopf, sagt Sieger. «Das ist ein extrem hoher Anteil für einen Kulturbetrieb.» Allerdings ist die Kollekte stark vom Wetter abhängig. Der Zirkus Chnopf spielt unter freiem Himmel.

Dreimal Nein

Die Stadt sei einem Antrag der unabhängigen Theaterkommission gefolgt und habe drei Gesuche des Zirkus Chnopf um Beiträge abgelehnt, bestätigt Nat Bächtold, Sprecher des Präsidialdepartements. Die Gründe für die Ablehnung würden den Verantwortlichen des Zirkus demnächst «direkt und persönlich erläutert», sagt Bächtold. Letztmals habe der Zirkus Chnopf 2011 einen Produktions- und 2016 einen Standortbeitrag erhalten. (David Herter, Text; Jakob Metzler, Archivfoto)

< Katamaran segelt mit Behinderten auf dem Zürichsee

Anzeigen

Galerien

Aktuelle Ausgaben

Züriberg vom 19. September 2019
Zürich 2 vom 19. September 2019
Zürich Nord vom 19. September 2019
Zürich West vom 19. September 2019
Küsnachter vom 19. September 2019
Küsnachter Amtlich vom 19. September 2019

Sonderzeitungen

Abenteuer Stadt Natur 2019
Ausstellungsführer Neuer Norden 2018
Neuer Norden 2018
Abenteuer Stadt Natur 2018
Literaturforum booXkey
Partnerpublikation der Lokalinfo AG
Stadt-Anzeiger Glattfelder Kilchberger Klotener Anzeiger Volketswiler Nachrichten