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01.11.2018 - 13:30 Uhr

Bohren statt rammen für Seilbahn

Von einem Ponton aus wurde in die Tiefen des Zürichsees gebohrt. Die Probebohrung war erfolgreich. Fotos: Pascal WiederkehrErhard Zürcher von der Kibag erklärte, wie die das Verfahren mit dem Bohrpfahl funktioniert.Die Bohrpfähle bestehen aus Stahlbeton.So filigran könnten die Masten der ZKB-Seilbahn aussehen.Zuvor hatte sich ZKB-CEO Martin Scholl den Medien gestellt.Die Testbohrung fand auf einer schwimmenden Plattform bei der Badi Mythenquai statt.

Die Masten der geplanten ZKB-Seilbahn müssen gut verankert werden. Dafür wurde ein neuartiges System getestet und bei der Badi Mythenquai eine riesige Schraube in den Grund des Zürichsees gebohrt.

Das Jubiläumsprojekt der Zürcher Kantonalbank (ZKB) wird langsam konkret. Vergangene Woche zeigten die Verantwortlichen, wie sie die beiden knapp 80 Meter hohen Masten für die Seilbahn im See verankern wollen. Dazu wurden die zahlreich erschienenen Medienschaffenden vom Bürkliplatz mit dem Kibag-Schiff Ufenau zu einer schwimmenden Plattform bei der Badi Mythenquai gefahren. Die Kibag ist gemeinsam mit dem Ingenieurbüro EBP für die Planungs- und Bauarbeiten verantwortlich.

Bevor die Medienschar mit Helm und Schwimmweste ausgerüstet auf den Ponton durfte, wo ein Drehbohrgerät stand – eine grosse Maschine mit einem überdimensionierten Bohrer –, hatte Thomas Espinosa das Wort. «Die einfache Variante ist nicht die beste Variante», erklärte der Ingenieur der EBP.
Die Untersuchungen des Sees haben gezeigt, dass im seichten Gewässer viel Flora und Fauna vorhanden ist. Auf dem Land wollte man ebenfalls nicht bauen – das Ufer ist zu dicht besiedelt und der Platz fehlt. Im Gegensatz zu den Seilbahnen von 1939 und 1959 werden die Masten der ZKB-Seilbahn deshalb im Zürichsee verankert. «Die Stützfüsse verschwinden im Wasser», so Espinosa.

Auch am Zürichhorn wird getestet
Die Installation soll für den Seeboden möglichst umweltschonend sein und muss starken Belastungen wie Stürmen standhalten können. Zudem ist der Baugrund schwierig. Gewöhnlich würden solche Pfähle in den Boden gerammt. «Rammpfähle sind eine bewährte Lösung, aber wegen der Lärmbelastung bei uns keine Variante», sagte Espinosa. Aus diesem Grund hat man sich für die «Riesen-Betonschraube» der Kibag entschieden – eine Eigenentwicklung des Unternehmens mit Sitz in Wollishofen sowie von Alphabeton.

Der Schraubpfahl aus Stahlbeton ist 55 Zentimeter dick und muss sich bis zu 30 Meter zu den tragfesten Schichten unter dem See durcharbeiten. Auf dem Land hat sich das Konzept des Schraubens statt Rammens laut Kibag bewährt, im See ist das Verfahren ein Novum. Die Probebohrung fand in der Nähe des geplanten Standorts des zukünftigen Masts am linken Seeufer statt. Die Kibag war gemäss ihrem Vertreter Erhard Zürcher mit dem Ergebnis zufrieden.
Auf der anderen Seeseite sind am Zürichhorn ebenfalls Versuche vorgesehen. «Derzeit ist geplant, die Bohrungen und Belastungstests zwischen Dezember 2018 und März 2019 durchzuführen», schreibt die ZKB auf Anfrage. Der am Medienanlass «verschraubte» Bohrpfahl wird im Seegrund belassen.

Öffentliche Auflage startet

Die Züribahn ist ein Jubiläumsprojekt der Kantonalbank, die 2020 ihr 150-jähriges Bestehen feiert. Sie soll die Blatterwiese in Riesbach, im Volksmund Chinawiese genannt, mit dem Strandbad Mythenquai in Wollishofen verbinden. Während sich der Zürcher Stadtrat sowie der Kanton hinter das Projekt stellen, ist das Vorhaben bei Direktbetroffenen umstritten. Über 2000 Unterschriften hatten die Mitglieder des Vereins Pro Badi Mythenquai sowie der Quartiervereine Enge und Riesbach gegen die Seilbahn zusammengetragen und diese der Stadt übergeben.
Morgen Freitag will die ZKB das Design der Stationen, Stützen und Kabinen präsentieren. Am 9. November macht das Projekt einen weiteren Schritt in Richtung Bewilligung. Dann beginnt die öffentliche Auflage und es werden Einwendungen möglich. Ob der ambitiöse Zeitplan eingehalten werden kann und die Bahn 2020 rechtzeitig zum Jubiläum über den See fährt, ist allerdings noch offen. (pw.)

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