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15.03.2019 - 18:00 Uhr

Zwei Parteien markieren Einigkeit


Über weite Strecken einig, sogar beim Rahmenabkommen mit der EU, das Gesprächsquartett mit (2. v. l.) Kantonsrat Marc Bourgeois (FDP), Regierungsratskandidat Thomas Vogel (FDP), Natalie Rickli, Nationalrätin und Regierungsratskandidatin der SVP, sowie Valentin Landmann, Kantonsratskandidat SVP. In der Mitte rechts mit Brille: Moderator Peter Hartmeier. Im blauen Hemd: SVP-Gemeinderat und Talk-Organisator Urs Fehr. (Foto: ls.)

Ein illustres Podium präsentierte sich in der Privatklinik Bethanien: Natalie
Rickli, Valentin Landmann, Thomas Vogel und Marc Bourgeois. Die einen wollen in den Regierungsrat, den anderen ist der Kantonsrat näher. Politisch einig ist sich das Quartett meistens.

«Warum überholte die SVP die FDP in den letzten 20 Jahren?», fragt Moderator Peter Hartmeier in die Runde. «Der Slalomkurs der FDP war negativ», so die Analyse von FDP-Regierungsratskandidat Thomas Vogel. Dabei könne man die «Abzockermentalität» und das Swissair-Grounding nicht der FDP anlasten. Kantonsrat Marc Bourgeois stört sich «manchmal am Elitären der FDP». Dabei sind sich die beiden mit Regierungsratskandidatin Natalie Rickli und Kantonsratskandidat Valentin Landmann einig, dass es «vor allem auf Stufe Bund» Probleme gebe zwischen SVP und FDP. Ein Beispiel ist der EU-Rahmenvertrag. Doch im Gegensatz zur nationalen Politik, wo die FDP dafür und die SVP dagegen ist, herrscht an diesem Abend bei diesem Thema Einigkeit – mit Nuancen. Natalie Rickli ist überzeugt: «Man kann dazu nur Nein sagen.» Valentin Landmann findet, man unterscheide sich beim Weg, nicht aber beim Endziel. Marc Bourgeois «hat Mühe mit einem Ja, ohne mehr zu wissen». Und auch Thomas Vogel sagt, er tue sich schwer mit dem Vertrag, «weil ich ihn nicht gut kenne». Eine klare Aussage tönt anders. Man ist sich im Prinzip einig – Nein zum jetzigen Rahmenvertrag.

«FDP tut mehr als die Grünen»
Peter Hartmeier lenkt nun auf das Klimathema: «Da scheint die FDP auf neuem Kurs, zumindest sagt das die markante Präsidentin Petra Gössi.» Für Thomas Vogel ist die Klimapolitik ganz klar Bundessache, kantonal ist die Biodiversität von Relevanz. Und: «Ein Vorstössli der Grünen rettet das Klima nicht.» Für Marc Bourgeois hat «die FDP viel mehr getan als die Grünen. Der ZVV wurde von einem FDP-Regierungsrat erfunden», ruft er in Erinnerung. Das Problem sei, dass die FDP als «Auto-/Parkplatz-Partei» wahrgenommen werde. Natalie Rickli ist der Meinung, dass die FDP nach der CO2-Debatte unglaubwürdig sei. Sie appelliert an die Eigenverantwortung. «Das CO2-Gesetz ist nicht nötig. Es kostet vor allem und schränkt uns ein. Dabei tun China und die USA nichts», so die Nationalrätin. In die gleiche Kerbe schlägt Rechtsanwalt und Kantonsratskandidat Valentin Landmann: «Wir brauchen die Klimareligion nicht.»
Hartmeier hakt nach: «Und die Vorstösse, die im Kanton Zürich den Klimanotstand ausrufen wollen?» – «Ein übertriebener Medienhype», sind sich die Podiumsteilnehmer einig. Rickli ergänzt: «Alle lesen nur von Greta», man bekomme das Gefühl, in zehn Jahren gebe es die Schweiz nicht mehr. Sie fordert mehr Eigenverantwortung. «Ich bin sehr grün im Alltag, esse kein Fleisch und keinen Fisch», erzählt sie aus ihrem Privatleben.

Technologien gegen Klimawandel
Thomas Vogel will, wenn er am 24. März in den Regierungsrat gewählt wird, dem Klimawandel mit Technologien begegnen: «Bei den Gebäudesanierungen kann man da und dort einen Zacken zulegen.» Unternehmer Marc Bourgeois zieht ein klares Fazit: «Grün macht rote Leute. Alle sollen Sozialisten werden.»
Beim Thema Gesundheitskosten ist kein wirklich wirksames Rezept herauszuhören. Thomas Vogel findet, dass der abtretende Gesundheitsdirektor und Parteikollege Thomas Heiniger «es richtig macht». Es gehe darum, Fehlanreize bei den hochgradig lukrativen Zusatzversicherungen zu eliminieren. Für Rickli liegt das Problem auch beim Bürger, der einfach immer mehr wolle. «Die Komplementärmedizin ist heute in der Grundversicherung, das kostet.» Für Marc Bourgeois ist die Prämienverbilligung des Staates «Pflästerlipolitik, damit kauft man Leute». Valentin Landmann findet die von Linken geforderte Verstaatlichung der Krankenkassen einen «völligen Shit».
Die anschliessend von SVP-Gemeinderat und Talk-Organisator Urs Fehr geleitete Saaldiskussion verläuft angeregt. Das rund 60-köpfige Publikum zeigt sich interessiert, bevor es zum Apéro, offeriert von der SVP 7+8, eingeladen ist. Vorher betont Fehr noch, man solle die 80 Prozent Gemeinsamkeit zwischen FDP und SVP pflegen: «Die Unterschiede auf dem Silbertablett präsentieren, das passt nur den Linken.» (ls.)

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