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17.05.2019 - 15:21 Uhr

Schweizer Flughäfen sind nicht spitze


In den Spitzenzeiten läuft der Flughafen Zürich am Anschlag, kommt Bise hinzu, sinkt auch noch die Kapazität. So eingefangene Verspätungen wirken sich auf viele nachgelagerte Flüge aus.

Im Gegensatz zu anderen Rankings sind die Schweizer Flughäfen in dieser Rangliste nicht einmal Mittelmass: Der Basler Euro-Airport landet auf Platz 77, Zürich auf Platz 87 und Genf auf Platz 106 von 132 untersuchten Flughäfen.

Durchgeführt hat die Studie das Fluggastrechte-Portal Airhelp, wo man unter anderem prüfen lassen kann, ob einem wegen eines verspäteten Fluges Schadenersatz zusteht – und das Start-up-Unternehmen aus Hongkong dann gleich mit dem Einfordern beauftragen kann.

Bewertet wurde mit 60 Prozent Gewicht die Pünktlichkeit an den Flughäfen. Pünktlich ist ein Flug gemäss der International Air Transport Association (IATA), der seine Parkposition am Flughafen höchstens 15 Minuten nach seiner erwarteten Ankunftszeit («Estimated Time of Arrival») erreicht beziehungsweise sie höchstens 15 Minuten vor der «Actual Time of Departure» verlässt. Weitere Kriterien waren die Servicequalität (20 Prozent) sowie Essen und Läden (die restlichen 20 Prozent).

Widersprüchliche Zahlen

Gemäss Airhelp waren in Kloten zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2018 69 Prozent der Flüge pünktlich. Gemäss eigener Statistik des Flughafens Zürich sind 2018 73 Prozent der Flüge pünktlich gestartet und 77 Prozent gelandet. Von 2014 bis 2018 lag sie zwischen 78 und 82 Prozent.

Die Pünktlichkeitsdaten erhebt Airhelp gemäss eigenen Angaben von verschiedenen kommerziellen Anbietern, kombiniert und vergleicht sie mit anderen zuverlässigen Quellen, um eine eigene Datenbank für Flugdaten zu erstellen. Bei allen drei Schweizer Flughäfen war die am höchsten gewertete Pünktlichkeit der Hauptgrund für das schlechte Abschneiden bei Airhelp. Die Spitzenplätze belegen Doha (2017: 35,27 Millionen Passagiere), Tokio (76,47 Millionen) und Athen (24,13 Millionen). Zum Vergleich: Den Flughafen Zürich nutzten 2017 29,39 Millionen Menschen.

Gründe für die schlechten Pünktlichkeitswerte sieht eine vom Bundesamt für Zivilluftfahrt und Branchenvertretern verfasste Studie in Kapazitätsengpässen durch das Start- und Landesystem sowie Nachtflugbeschränkungen, aber auch durch (zu-)viel Flugverkehr in Europas Lufträumen und zuwenige Fluglotsen.

Wetter senkt Kapazität

Gemäss Auskunft des Flughafens Zürich erreiche man bei gutem Wetter und ohne übergeordnete Einschränkungen durchaus Pünktlichkeitswerte von 80 Prozent und mehr «Mit Verspätungen müssen Passagiere vor allem bei schwierigen Wetterlagen rechnen (Bise, Nebel, Westwind), da dann die maximale Stundenkapazität deutlich herabgesetzt ist», schreibt Mediensprecher Philipp Bircher auf Anfrage des «Stadt-Anzeigers». Am meisten Verspätungen erleide der Flughafen Zürich an Tagen mit anhaltender Bise. «Im vergangenen Sommer und Herbst haben zudem insbesondere der überlastete Luftraum in Mitteleuropa, Personalengpässe bei europäische Flugsicherungen sowie Streiks zu Verspätungen beigetragen.»

Zusammen mit Swiss und Skyguide habe man deshalb die Abflugsequenzen optimiert, um sicherzustellen, dass immer genügend Flugzeuge an der Pistenschwelle bereitstehen, sodass die Pistenkapazitäten bestmöglich ausgenützt werden. Die Swiss ihrerseits hält mehr Ersatzflugzeuge und -crews bereit.

Wachstum ohne Platz?

Bleibt die Frage, warum trotz enger Verhältnisse immer mehr Flugzeuge fliegen müssen. «Als Flughafen haben wir den Auftrag, die Infrastruktur zur Abwicklung des Flugverkehrs entlang der Nachfrage sicherzustellen. Und diese steigt bekanntlich», begründet Bircher. In den Wellenspitzen sei ein Ausbau schon heute nicht mehr möglich. Ausserhalb dieser Spitzen habe es aber noch freie Kapazität für eine moderate Entwicklung. «Wir halten uns bei der Festlegung der technisch möglichen Kapazitäten, die wir bei der Slot Coordination einspeisen, an die rechtlichen Rahmenbedingungen», so Bircher weiter. Aufgrund eigener Analysen geht man beim Flughafen davon aus, dass es ausserhalb der Wellenspitzen möglich ist, diese Flüge verspätungsfrei abzuwickeln. «Wie alle Flughafenpartner haben auch wir als Flughafenbetreiberin kein Interesse daran, zusätzliche Verspätungen zu generieren.»

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