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23.05.2019 - 11:27 Uhr

Klimastreik für 25 Schweizer Städte angesagt


Foto: A. J. Minor

Die Jugendbewegung Klimastreik ruft alle Menschen auf, am Freitag, 24. Mai,  am zweiten globalen Klimastreik teilzunehmen. In Zürich beginnt dieser um 13 Uhr auf dem Münsterhof und endet auf dem Helvetiaplatz. Dort wird allen die Möglichkeit gegeben, sich mit Menschen aus der gleichen Region auszutauschen.
Inspiriert von Greta Thunberg, die seit August wöchentlich die Schule für eine bessere Klimapolitik streikt, gehen am Freitag erneut tausende Jugendliche für ihre Zukunft auf die Strasse. In 1’500 Städten auf der ganzen Welt sind Demonstrationen angekündigt. Auch die Schweiz ist zahlreich vertreten. Von Bellinzona bis Basel, von St. Gallen bis Genf und überall dazwischen machen sie friedlich, lautstark und bunt Druck auf Politik und Wirtschaft.

Alle zusammen für unsere Zukunft
Dieser internationale Klimastreik trägt dazu bei, den Druck auf die Politik und Wirtschaft zu erhöhen und so einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leistet. In Zürich will der Klimastreik zeigen, dass dies nur möglich ist, wenn alle zusammenarbeiten.
Dies soll durch zwei Aktionen vor und nach dem Streik verdeutlicht werden. Dieser Streik beginnt um 130 Uhr auf dem Münsterhof damit, dass alle Klimastreikenden eine Topfpflanze mitbringen. Der Münsterhof soll zum Wundergarten werden, in allen Farbenprachten sollen Topfpflanzen ihn zum Leben erwecken - Pflanzen statt Beton!
Am Ende des Streiks gibt es verschiedene Stände mit den Klimastreikenden und Gruppen wie den Klimasenior*innen oder auch den Scientists for Future. Diese Stände sollen die Vernetzung und die dezentrale Organisation der Klimabewegung fördern. Auch kann so der Dialog innerhalb der Bevölkerung gefördert, die Struktur der Bewegung erklärt und der Zugang für alle zur Bewegung erleichtert werden.
Um den Dialog auch nach dem Streik weiterzuführen, koordiniert eine Arbeitsgruppe des Klimastreiks im Juli eine Versammlung mit Menschen aus der Stadt. Diese dient dazu, basierend auf Inputs zur Klimakrise, die Zukunft eines Quartiers auszuarbeiten oder auch einfach zu debattieren, um die globalen und thematischen Zusammenhänge aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.
“Der Dialog und die Debatte soll allen die Möglichkeit geben, sich an der Gestaltung der Zukunft zu beteiligen; eine Zukunft, die die ökologischen Grenzen unseres Planeten respektiert. Denn nur alle zusammen können wir garantieren, dass alle berücksichtigt werden und wir gemeinsam Worte in Taten umwandeln”, so Mattia De Lucia, Gymnasiast aus Zürich.

Die Bewegung
Der Klimastreik Schweiz ist eine basisdemokratische und unabhängige Bewegung. Wir sind Schüler*innen, Student*innen und andere Lernende aus der ganzen Schweiz und nicht immer einer Meinung. Eines aber verbindet
uns: Wir wollen eine lebenswerte Zukunft für uns und unsere Nachfahren.

Das Anliegen
Die Klimastreik Bewegung fordert den nationalen Klimanotstand. Denn der Klimawandel muss behandelt werden, als was er ist: Eine menschengemachte Krise und die grösste Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Weiter fordern die Streikenden netto null Treibhausgasemissionen bis 2030 und Klimagerechtigkeit. Dies, weil wir nur noch wenige Jahre haben, um das
1.5 Grad Ziel zu erreichen und die armen Länder stärker von der Klimakrise betroffen sind, als reiche Länder.

Warum denn eigentlich?
Bereits 1,5 Grad Erwärmung bedeuten, dass der steigende Meeresspiegel viele Küsten unbewohnbar machen wird und Millionenstädte gefährdet. Die Weltbank schätzt, dass die Zahl der Klimaflüchtlinge in den kommenden 30 Jahren auf 140 Millionen Menschen ansteigen wird. Soziale Unruhen werden unzählige Staaten destabilisieren – das Kriegsrisiko steigt. Die Klimaerwärmung ist so schnell, dass sich viele Tierarten nicht anpassen können und aussterben. Auch die Schweiz wird die Folgen spüren: Mit der Gletscherschmelze entstehen in den Bergen unstabile Wasserbecken, die jederzeit ins Tal donnern können, Krankheitserreger und Schädlinge werden neu in der Schweiz überwintern können und die Bauern stehen unter enormem Druck. Es ist also klar:
Die Klimakrise ist nicht bloss ein Klimaproblem: Er ist ein Wirtschafts-, Sicherheits-, Tierschutz- und ein Friedensproblem.
Die Klimaziele, die der Bundesrat 2011 für das Jahr 2020 gesetzt hat, wird die Schweiz verfehlen. Und wie es scheint, fehlt für neue Ziele der Mut.
“Wir stehen heute an einem Punkt, wo es nicht reicht, wenn jeder Mensch einfach für sich ein wenig umweltfreundlicher leben soll. Das wurde nun mehrere Jahrzehnte lang probiert, es funktioniert nicht. Jetzt ist die Politik gefordert auf kommunaler, kantonaler und nationaler Ebene Lösungen zu finden, damit die drohende Klimakatastrophe abgewendet werden kann”, betont Benjamin Rytz, Gymnasiast aus Basel.

Alle teilnehmenden Städte auf einen Blick: Baden, Basel, Bellinzona, Bern, Biel, Burgdorf, Chur, Delémont, Fribourg, Genève, Glarus, Köniz, Langenthal, Lausanne, Luzern, Münsingen, Neuchâtel, Olten, Rapperswil-Jona, Schaffhausen, Solothurn, St. Gallen, Thun, Zug, Zürich. (pd.)

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