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23.05.2019 - 17:00 Uhr

Limmat-Club tauft vier neue Weidlinge


Der Limmat-Club hat am Samstag seine vier neuen Weidlinge getauft. «Bär», «Schwan», «Mungg» und «Meerjungfrau» heissen die Weidlinge, die in Form und Material schweizweit einzigartig sind.

Die Terrasse auf der Anlage des Limmat-Clubs ist prall gefüllt mit Vereinsmitgliedern und Ehrengästen. Auf einem Boot am Rand des Flusses sitzt ein älterer Herr. Mit einem ohrenbetäubenden Knall schiesst er aus seiner Kanone eine Ladung Papier in Richtung des Zürcher Nachmittagshimmels. Die Menge auf der Terrasse beginnt lauthals zu schreien: «Hand hoch, Hand hoch, Hand hoch – Rücken kehrt, Rücken kehrt, Rücken kehrt.» Sobald das Geschrei leiser wird, stossen einige aktive Clubmitglieder einen nagelneuen, hölzernen Weidling ins Wasser, worauf die Menge wieder laut zu applaudieren beginnt.

Grund für diese Szenerie ist die Taufe von vier neuen Weidlingen des Limmat-Clubs. Die letzte Bootstaufe des Vereins liegt bereits neun Jahre zurück. «So lange halten die Weidlinge in etwa», erklärt Mediensprecher Gregor Steiner. Die vier neuen Boote sind allesamt 9,22 Meter lang und sollen bei künftigen Wettkämpfen zum Einsatz kommen. Der Club besitzt auch Boote mit einer Länge von 14,99 Metern, die er allerdings nicht für die Rennen nutzt. Stattdessen kommen sie beispielsweise bei der traditionellen Hirsenbreifahrt ins befreundete Strassburg zum Einsatz.

Einzigartige Schiffe
Während auf den «Hirsenbrei-Schiffen» rund 30 Personen Platz finden, sind es auf den Wettkampfschiffen nur deren zehn. Darüber hinaus sind die Weidlinge des Zürcher Clubs laut Steiner etwas besonderes: «Wir sind der einzige Wasserfahrverein, der noch mit Holzschiffen fährt.» Heutzutage seien Schiffe aus Polyester der Standard. Das Material der Schiffe ist allerdings nicht das Einzige, das sie einzigartig macht. «Unsere Schiffe haben die spezielle Züri-Form. Sie sind ein bisschen breiter und höher als beispielsweise diejenigen aus Schaffhausen», begründet er.

Das musste auch Urs Kohler feststellen, der die Weidlinge für den Limmat-Club gebaut hat. «Die grösste Herausforderung war die Form, die sie unbedingt wollten», sagt er lachend. Kohler kommt aus Schaffhausen, wo auch der Weidling beheimatet ist. Er arbeitet jetzt bereits seit 20 Jahren als Schiffbauer. Der Limmat-Club habe nun jemanden gesucht, der die Weidlinge auf klassische Weise herstellt. «Ich bin der Einzige in der gesamten Schweiz, der die Schiffe noch aus Holz baut», erklärt er. Für den Bau eines Weidlings brauche er insgesamt rund zwei bis drei Wochen.

Göttlicher Segen
Die Taufe ging dann bei allen vier Weidlingen reibungslos über die Bühne. Zwar brauchten einige der Täufer mehrere Anläufe, um die Champagnerflasche traditionsgemäss am Schiffsrumpf zu zerschlagen, die Stimmung im Publikum hat sich dadurch aber keineswegs verschlechtert. Als Täufer hat der Vorstand jeweils Leute ausgewählt, die eine spezielle Verbindung zum Verein haben.

Die Namen der Schiffe waren vor der Taufe – abgesehen vom Vorstand – noch niemandem bekannt. «Schwan», «Mungg», «Meerjungfrau» und «Bär» heissen die Weidlinge. Einige der rund 1200 Mitglieder des Clubs haben sie vor der Taufe noch in den Vereinsfarben gestrichen. Neben den vielen Mitgliedern waren an der Feier auch einige Ehrengäste anwesend. Allen voran der römische Meeresgott Neptun, der den Weidlingen seinen Segen für ihre erste Fahrt auf dem Wasser gewährte.
Leon Zimmermann

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