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12.06.2019 - 08:30 Uhr

140 Einwendungen gegen Parkplatzabbau


Gegen den Parkplatzabbau in der Segantinistrasse haben sich 140 Anwohner mit Einwendungen an das Tiefbauamt gewandt. Im Kettberg sollen alle Parkplätze wegfallen. Auch hier hagelte es Einwendungen.

Die Stadt Zürich hat sich am Abbau von Parkplätzen in der Stadt Zürich in einigen Quartieren festgebissen. In der Blauen Zone an der verkehrsberuhigten, nicht durchgehenden Segantinistrasse in Höngg sollen gemäss Tiefbauamt 87 Parkplätze verschwinden. Das ist die Hälfte aller Parkplätze an der von viel Grün gesäumten Quartierstrasse. Auch im Kettberg sollen Parkplätze ersatzlos gestrichen werden. Die IG Kettberg und die IG Segantinistrasse kämpfen gegen diesen Abbau. Gewerbe- und Quartierverein unterstützen die beiden Interessengemeinschaften. Auch das politische Lager der Bürgerlichen äussert Unmut und Kritik an einem solchen Abbau. SVP und FDP haben je einen Vorstoss beim Gemeinderat eingereicht.

140 Anwohner sagen Nein
Im Sinne eines Mitwirkungsverfahrens des Tiefbauamts hatte die Bevölkerung die Möglichkeit, kostenlos Einwendungen einzureichen. Nach Ablauf der Frist sind an der Segantinistrasse insgesamt 140 Einwendungen eingegangen. Auch im Kettberg sind fast 50 Einwendungen eingegangen. Hier handelt es sich um den Abbau aller 16 Parkplätze. «Zürich Nord» hat sich beim Tiefbauamt erkundigt, wie die Behörde mit diesen Einwendungen umgehen werde, und folgende Stellungnahme erhalten: «Nachdem das Tiefbauamt die Einwendungen geprüft hat, wird ein Bericht dazu veröffentlicht. Dagegen können keine Rechtsmittel ergriffen werden. Unter Einbezug der Einwendungen, die berücksichtigt werden konnten, überarbeitet das Tiefbauamt das Strassenbauprojekt und legt das Bauprojekt nach Paragraf 16 im Strassengesetz öffentlich auf. Dagegen können Direktbetroffene Einsprache erheben. Die Veröffentlichung des Berichts zu den Einwendungen ist für Sommer 2019 geplant. Die öffentliche Planauflage erfolgt voraussichtlich anfangs 2020.»

Einsprachen sind kostenpflichtig
Auf die Frage von «Zürich Nord», ob Einsprachen aufgrund der Planauflage kostenpflichtig seien, schreibt das Tiefbauamt: «Gehen Einsprachen ein, ist die Stadt berechtigt, den unterliegenden Einsprechenden angemessene Kosten in Rechnung zu stellen. Keine Gebühren werden erhoben, wenn die Einsprache gutgeheissen wird.» Brisant: Die Kosten einer Einsprache bewegen sich nach Aufwand und können zwischen 150 und ungefähr 1000 Franken pro Einsprache betragen. Falls mehrere Beteiligte, die gleiche Einsprache gemacht haben, werden die Kosten aufgeteilt.

«Zürich Nord» wollte wissen, ob weitere Bauprojekte in Zürich zum Parkplatzabbau geplant seien. Das Tiefbauamt hält sich bedeckt. Es heisst: «Über eine Liste mit allen Bauprojekten in Planung, bei denen die Parkplatzbilanz negativ ist, verfügen wir leider nicht. Es befinden sich über 200 Bauprojekte in der Projektierungsphase. Man müsste dafür in jedem einzelnen Projektordner die Pläne heraussuchen.»

Quartiere ohne Parkplätze
Wenn Parkplätze aufgehoben werden, kommt es zu starkem Suchverkehr in den Quartieren. Auch können die Autos der Pflegedienste und Handwerker nicht mehr abgestellt werden. Zudem gäbe es keine Parkplätze für Besucher mehr. Und falls solche mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, ist deren Heimkehr fraglich, da der letzte 38er-Bus zum Meierhofplatz nur bis nach 20 Uhr verkehrt.

Umfragen unter den Anwohnern führen zu Kopfschütteln. Nicht akzeptiert werden das Erstellen von Verengungen für den Individualverkehr sowie der Wunsch nach mehr Platz für Velofahrer und das geplante Pflanzen von Bäumen. Eine junge Velofahrerin sagt dazu: «Ich habe kein Auto, bin nur mit dem Velo unterwegs und habe mich noch nie von einem Auto an der Segantinistrasse bedrängt gefühlt. Mit gegenseitiger Toleranz haben Fussgänger, Velofahrer, Autos und Parkplätze an einer Quartierstrasse genügend Platz.» Der gleiche Tenor herrscht am Kettberg, einer kurzen, ebenfalls von Grün umgebenen kleinen Strasse, die für den Durchgangsverkehr gesperrt ist. (ch./Foto: ch.)

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