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13.06.2019 - 18:17 Uhr

«Frauenstreik hat nichts an Aktualität verloren»


Am 14. Juni 1991 gingen auch in Zürich Tausende von Frauen auf die Strasse. Foto: ETH-Bildarchiv/Comet Photo AG (Zürich)

Morgen Freitag, 14. Juni, ist Frauenstreiktag. Viele der Forderungen sind gleich geblieben wie 1991. Auch Mitglieder der IG Frauen Gemeinderat sind dabei.

Am 14. Juni 1991 gingen über eine halbe Million Frauen und progressive Männer auf die Strasse, weil in den zehn Jahren seit dem Gleichstellungsartikel von 1981 kaum etwas davon umgesetzt war: weder Lohngleichheit, noch Schutz vor sexueller Belästigung, noch die soziale Sicherheit der Frauen in der Schweiz. Der Streik war überwältigend gross, bunt und friedlich. Dank dem Streik ging ein Ruck durch die Schweiz: Mitte der 90-er Jahre kam das Gleichstellungsgesetz durch, Ruth Dreifuss wurde nach massiven Protesten Bundesrätin, der «Brunner-Effekt» löste einen wahren Frauensturm auf die Parlamente aus, 2002 kam die Fristenlösung, 2005 die Mutterschaftsversicherung.
«Trotz diesen Erfolgen bleiben viele Forderungen aber bestehen, und genau deshalb ist diese Neuauflage des Frauenstreiks am 14. Juni so wichtig», betont Vera Ziswiler, Co-Präsidentin IG Frauen Gemeinderat. «Wir wollen immer noch gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit und die Aufwertung der Frauenberufe, dass Schluss ist mit sexuellen Belästigungen und frauenfeindlicher Gewalt, eine gerechte Aufteilung der Care-Arbeit und flächendeckende Strukturen zur problemlosen Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie eine proportionale Repräsentation von Frauen in Machtpositionen von Wirtschaft, Politik, Kultur, Medien und Gesellschaft.» Diese Forderungen werden von einem Grossteil der Bevölkerung getragen, ist Ziswiler überzeugt. So beteiligen sich auch die IG Frauen Gemeinderat, der Bäuerinnenverband sowie die evangelischen und katholischen Frauen Schweiz am Streik.

In der IG Frauen Gemeinderat sind alle Fraktionen und die EVP-Gruppe vertreten. Insgesamt sind 34 von 41 Gemeinderätinnen dabei. Es fehlen zwei SPlerinnen, eine Gemeinderätin der AL, drei FDPlerinnen und eine SVPlerin. Die FDP hat vier und die SVP zwei Frauen im Parlament. Claudia Simon, Geschäftsführerin FDP Stadt Zürich: «Es braucht nicht eine zusätzliche Gruppierung wie die IG Frauen Gemeinderat. Die Parteien sollen sich dafür einsetzen, dass es zum Beispiel mehr Frauen im Gemeinderat gibt.» Trotzdem, Ziswiler ist überzeugt: «Der Streik wird auch 2019 überwältigend gross, bunt und friedlich.» (pm.)

Alle Infos: frauenstreikzuerich.ch. Grossdemonstration ab 17 Uhr mit Treffpunkt Hauptbahnhof/Limmatquai.

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