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14.06.2019 - 06:55 Uhr

Durchgestartet, emanzipiert und nach Bern marschiert


Foto: mai.

Drei Buchtipps gehen der Frage nach, was Emilie Lieberherr mit ihrem Marsch nach Bern im Jahr 1969 erreicht hat, warum Lydia Welti-Escher noch heute als markante Vorkämpferin der Frauenrechte gilt und wie Frauen beruflich durchstarten können.

Emilie Lieberherr (1924–2011) war 24 Jahre Stadträtin von Zürich. «S Emilie», wie sie im Volksmund liebevoll genannt wurde, stand dem Wohlfahrtsamt und späteren Sozialdepartement vor. In ihrer Amtszeit entstanden über 20 Alterszentren, die Alimentenbevorschussung wurde eingeführt, und sie machte sich stark für die kontrollierte Abgabe von Heroin.

Doch Emilie Lieberherr war auch eine ganz prominente Vorkämpferin der Frauenrechte. Die gebürtige Urnerin organisierte vor 50 Jahren eine stark beachtete Demonstration. «Wir stehen hier nicht als Bittende, sondern als Fordernde», rief sie rund 5000 Menschen – vorwiegend Frauen – auf dem Berner Bundesplatz zu. Um den Anlass zu finanzieren, wurden Trillerpfeifen verkauft. Die Menschenmenge pfiff damit den Bundesrat aus, denn dieser tat sich nach wie vor schwer damit, das Frauenstimmrecht auf nationaler Ebene einzuführen. Am 7. Februar 1971 dann wurde das Frauenstimmrecht eingeführt. Für Emilie Lieberherr ein Grosserfolg – und der Beginn einer langen Politkarriere. Eine Neuerscheinung im Verlag NZZ Libro beschreibt Lieberherrs Leben umfassend und eingängig.

Verbotene Liebe
Eine Frau, die um 1890 gegen gesellschaftliche Konventionen verstiess, war Lydia Welti-Escher. Sie stand unter Beobachtung, war sie doch Tochter und Erbin von Alfred Escher und Schwiegertochter des Bundesrats Emil Welti. Doch sie liebte nicht ihren Mann Friedrich Emil Welti, sondern den Künstler Karl Stauffer-Bern. Im neu erschienenen und reich illustrierten Buch «‹Zu sehr emancipirt›» zeichnet die Germanistin Regina Dieterle die Tragödie der Zürcherin nach.

Aus der heutigen Berufswelt stammt das Ratgeberbuch der Starwerberin Regula Bührer Fecker. Sie will damit jungen Frauen Mut machen, «durchzustarten». Ihr Buch basiert auf persönlichen Erfahrungen, als Chefin und Mutter. (pw./ls.)

«Emilie Lieberherr», von Trudi von Fellenberg-Bitzi, Verlag NZZ Libro, 2019. «‹Zu sehr emancipirt›. Lydia Eschers Tragödie», von Regina Dieterle, Nimbus, 2019. «#Frauenarbeit: Tipps und Tricks für junge Berufsfrauen» von Regula Bührer Fecker, Verlag NZZ Libro, 2017.

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