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19.08.2019 - 15:51 Uhr

FC Seefeld verliert zwar gegen GC, doch gewinnt viel Sympathie

Die Akteure laufen in die Festung Lengg ein.Am Wurststand sind Robert und Oliver für den Ansturm gewappnet.Die Fans bereiteten eine kleine Choreographie mit Ballonen vor.Die Zweikämpfe wurden hart, aber fair geführt.Zur Halbzeit bestanden noch Hoffnungen auf eine Sensation.Die Seefelder wurden von ihren Fans nach vorne gepeitscht.Trotz der 1:9 Niederlage ist FCS-Präsident Marc Caprez mit dem Cupfest zufrieden.Trainer Hesam Mirzai nimmt seinen Spieler Monty Hänni in den Arm.GC-Trainer Uli Forte kann nach diesem Wochenende zuversichtlich in die Zukunft schauen.Auf der einen Seite feiern die GC-Anhänger den Kantersieg.Auf der anderen Seite feiert ein ganzes Quartier den Kampfgeist seiner Fussballer.Bratwürste und Bier ist den Zuschauern nach dem 1:9 nicht verleidet. Schliesslich war es ein gelungenes Cupfest.

Am Samstag fand der Cup-Knaller zwischen Seefeld und dem Grasshoppers Club Zürich statt. Das Resultat spricht zwar eine deutliche Sprache, doch das Spiel blieb lange spannend.

Die Festung Lengg wurde am Wochenende ihrem Namen sicherlich gerecht. Über 1580 Zuschauer verfolgten das Spiel zwischen dem Regionalligisten und dem Rekordmeister, die Hobbyfussballer aus Seefeld spielen vier Ligen unter den Profis von GC. Die Festung ist ausverkauft, wir hätten auch weitere Tickets verkaufen können, freut sich Präsident Marc Caprez. Es sei ein Traum für ihn, die Festung zu füllen. Die Tribünen waren dicht gefüllt, vor dem Spiel forderte der Speaker zum Nachrutschen auf. Ein ähnlicher Zuschauerandrang wird es das letzte Mal 2007 gegeben haben, als Seefeld im gleichen Wettbewerb ebenfalls gegen GC antrat und 0:4 verlor.

Das ganze Quartier war heiss auf die Cuppartie und unterstütze den Zweitligisten. So kamen bei den Vorbereitungen sogar Kollegen der Spieler, um beim Aufbau der Tribüne zu helfen. Darüber waren die Spieler besonders froh, denn einige hatten noch müde Beine vom Trainingslager der letzten Woche. Der harte Kern der Anhänger von Seefeld versammelte sich schon eineinhalb Stunden vor dem Spiel und rüstete sich mit Banner und Megafon aus. Für das Spiel des Jahres schmückte der Verein sein Clubhaus und verwandelte dieses in ein VIP-Bereich, wo die Gäste mit bestem Blick aufs Spielfeld Snacks und Wein genossen. Die Fans auf der Haupttribüne wurden von einem Wurststand mit Bier und Bratwürsten versorgt. Die Gästefans des Derbys kamen eine Stunde vor dem Match auf der Lengg an. Rund 580 GC-Anhänger marschierten vom Bahnhof Tiefenbrunnen auf den Fussballplatz. Für sie stellten die Seefelder eine zusätzliche Tribüne hinter dem Tor auf.

GC-Schreck Meyer

Die Riesbächler versteckten sich nicht vor dem Rekordmeister und setzten gleich zu Beginn ein Ausrufezeichen. Nach dem Anstoss versuchten sie mit einem satten Direktschuss von der Mittellinie GC-Torhüter Salvi zu überraschen, doch der Ball flog knapp über das Tor. GC zeigte Respekt vor Seefeld, so liess Uli Forte seine Stammelf auflaufen. Die Gäste diktierten das Spielgeschehen in der Anfangsphase und die Abwehr von Seefeld konnte bereits in der 11. Minute überlistet werden, Gjorgjev traf nach einer Flanke zur Führung. Fünf Minuten später erhöhte Ben Khalifa für die Hoppers per Kopf auf 2:0. Die Seefelder liessen sich aber nicht unterkriegen und hielten stark dagegen, sodass Salvi einen Freistoss parieren musste. Bei der anschliessenden Ecke behielt Yann Meyer im Durcheinander die Übersicht und konnte zum viel umjubelten Anschlusstreffer einschieben. Spätestens zu diesem Zeitpunkt standen trotz den bequemen Sitzen auch alle Fans des VIP-Bereichs auf und klebten förmlich an dem Gitter hinter dem Tor. Die Hoffnungen auf ein Cup-Wunder waren plötzlich wieder vorhanden. Der Seefelder Schlussmann Vollenweider hielt seine Mannschaft mit starken Paraden bis zur Halbzeit im Spiel.

Doch die Hoppers kamen hellwach aus der Kabine und konnten direkt nach dem Pausentee auf 3:1 erhöhen. Dann dominierten die Gäste das Spielgeschehen und spielten sich mehrere Chancen heraus. Die Kräfte der Seefelder schwanden, was GC, im Besonderen Ben Khalifa, eiskalt ausnutzte. In der 75. Minute war der Damm definitiv gebrochen, sodass die Grasshoppers in der Schlussviertelstunde gleich sechs Tore erzielen konnten. Die Zweikämpfe waren oft hart, doch blieben sie meistens fair, sodass der Schiedsrichter die Karten in seiner Tasche lassen konnte. Dank der Fairplaywertung hat sich Seefeld schliesslich für den Schweizer Cup qualifiziert. Zum Spieler der Partie avancierte Nassim Ben Khalifa, der schlussendlich mit seinen fünf Toren den Unterschied ausmachte. Für die Seefelder war natürlich der Treffer von Meyer das Highlight der Partie, dieser wurde auch nach dem Spiel ausgiebig gefeiert.

Ein wahres Cupfest

Vor dem Spiel schien etwas Nervosität in der Luft zu liegen, ständig wurde der Präsident «Mäge» gerufen und am Telefon fragt ein Seefelder, ob die Penaltyschützenliste schon gemacht sei. Der Präsident Marc Caprez blieb trotzdem cool und trank noch sein Bier, welches mittlerweile wegen dem vielen hin und herlaufen sicher schon warm geworden ist. Schon beim Aufwärmen feuerten die Anhänger des FC Seefeld die Mannschaft mit Sprechchören an, als die Teams auf den Rasen liefen machten die Fans sogar eine kleine Choreographie mit Ballonen in den Clubfarben. Während dem Spiel versuchten die «Los Ochos», wie auf dem Banner der Seefelder Anhänger steht, die ununterbrochen singenden Gästefans immer wieder mit Sprechgesängen zu kontern. Letztlich wurde die Mannschaft von den Fans für ihre kämpferische Leistung gefeiert.

Nach dem Spiel galt weiterhin Festbetrieb, lokale DJs sorgten für Musikalische Unterhaltung. Dass die Partie zu einem richtigen Cupfest wurde, war auch den Fans zu verdanken. Denn nicht nur sportlich lief das Spiel sehr fair ab, sondern auch neben dem Platz. Die GC-Fans applaudierten sogar der Seefelder Mannschaft für ihre Leistung, auch Caprez betonte das gute Verhalten der Gäste. Nächsten Samstag beginnt dann für Seefeld der reguläre Saisonbetrieb wieder, das nächste Heimspiel findet am 1. September gegen Horgen statt. Nach der grandiosen letzten Saison, welche die Riesbächler auf dem 2. Platz beendeten, sind die Jungs motiviert dieses Jahr ähnliches oder sogar noch mehr zu erreichen.

Yannick Schenkel

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