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22.02.2018 - 13:39 Uhr

Rykart und Brunner wollen in den Stadtrat


Die Grüne Stadtratskandidatin Karin Rykart (links) fordert «mehr Gerechtigkeit.», SVP-Stadtratskandidatin Susanne Brunner (rechts) hingegen «mehr Eigenverantwortung.». Foto: pm.

Karin Rykart (Grüne) und Susanne Brunner (SVP) kandidieren am 4. März für den Stadtrat. Rykart plädierte im katholischen Akademikerhaus für mehr Gerechtigkeit und Brunner für Eigenverantwortung.

Karin Rykart und Susanne Brunner legten im katholischen Akademikerhaus unter der Leitung von Franz-Xaver Hiestand ihre Positionen dar. Das Publikum erhielt einen umfassenden Einblick in die Haltung der beiden Frauen zu verschiedenen Themen.

Ziele erreicht oder nicht?
Susanne Brunner erläuterte einleitend ihre Position. «Der aktuelle Stadtrat versucht einzuschläfern, indem er immer wieder sagt, alles sei bestens», hielt die SVP-Kandidatin fest. Die Stadt sei verschuldet, und der Stadtrat sei nicht willens, die Schulden abzubauen. Dabei sei der Zeitpunkt gut, denn die Steuereinnahmen seien hoch. Weiter sei der Stadtrat gewerbefeindlich. Sie verwies auf den Passantenstopper, zu dem es ein dreiseitiges Merkblatt gibt. Auch betreibe der Stadtrat eine einseitige Verkehrspolitik. Diese umfasse nur Velowege und Tempo 30. Bei den Stadtspitälern brauche es neue Kräfte. Allgemein vermisse sie Tatkraft und Visionen, das heisst «Projekte, die uns weiterbringen».

Karin Rykart (Grüne) verwies auf mehrere Abstimmungen, zu denen die Mehrheit der Stimmberechtigten Ja sagte. Ein Beispiel war die Kinderbetreuung. «Ziel der Bevölkerung war es bei der Abstimmung im Jahr 2005, dass es genügend Betreuungsplätze gibt», hielt sie fest. Der Souverän habe auch Ja gesagt zu einem Anteil von 33 Prozent gemeinnützigem Wohnungsbau. Rykart verwies weiter auf die Städteinitiative, die die Bevölkerung vor Autoverkehr schützen soll. «53 Prozent der Stadtzürcher Haushalte haben kein Auto», betonte sie. Weiter erwähnte sie die Grünstadtinitiative, die den Grünraum schützen soll, sodass dieser nicht weniger wird. Dies sei wichtig fürs Stadtklima.

Kongresszentrum und Fussball
Beim Thema Hardturmstadion meinte Rykart, dass mit den beiden hohen Türmen ein hoher Preis fürs Stadion bezahlt werde. Brunner verwies auf die Leidensgeschichte des Fussballstadions. «Nur eine kleine Gruppe ist dagegen», hielt sie fest. Rykart betonte, dass Zürich West sehr verdichtet und dass das Hardturm das letzte grüne Areal sei. Zudem würden die Wohnungen in den Türmen teuer. «Wir brauchen günstigen Wohnraum und nicht Luxuswohnungen.» Brunner verwies darauf, dass der Investor das Risiko trage. «Wir müssen jetzt vorwärtsmachen. Zürich mit zwei Klubs braucht eine Fussballarena.»
Zum Carparkplatz und dem Kongresshaus meinte Brunner, dass es ein grosses Zentrum für Wissenschaftskongresse brauche. An diesem zentralen Ort sollen Arbeitsplätze geschaffen werden und Wertschöpfung Thema sein, nicht gemeinnütziger Wohnungsbau. Rykart verwies darauf, dass die Stadt Zürich genügend Kongresshausinfrastruktur habe mit dem Circle am Flughafen. Sie fand es aber ok, dass eine Initiative lanciert worden ist, die eine Volksabstimmung verlangt.

Handlungsbedarf bei Finanzen?
Auf die Frage, ob es bei den Finanzen Handlungsbedarf gibt, meinte Rykart, dass Zürich eine wachsende Stadt sei und Wachstum Kosten generiere. «Es braucht Infrastruktur und Personal.» Insbesondere bei den Sozialaufgaben dürfe nicht gespart werden. Investitionen seien nötig. Man sollte nicht überreagieren und den Steuerfuss stabil halten, also ruhig sein lassen. Die Stadt Zürich sei ein Erfolgsmodell. Brunner plädierte dafür, die Schulden abzubauen. Die Zeiten könnten ja wieder schlechter werden. Die Einnahmen sollen schneller wachsen. Es brauche aber keine rigiden Sparmassnahmen. Sie verwies auf Doppelspurigkeiten bei der Verwaltung, insbesondere auf die Quartierkoordination. Rykart versicherte dass Parteikollege Stadtrat Leupi genau hinschaue. Sie bemerkte, dass sinnvolle Sparanträge gestellt werden sollten.

Migration und Verkehr
Betreffend Migration und Integration waren sich die beiden Politikerinnen einig, dass früh angefangen werden müsse. Rykart wies darauf hin, dass sie das Bundesasylzentrum unterstützt habe und die Partei die Schwachen unterstütze. Brunner meinte, dass die Regeln für alle gelten müssten.

Bezüglich Rosengartenstrasse meinte Rykart, dass es den Tunnel nicht brauche, denn er bringe nicht weniger Verkehr. «Die Zukunft muss anders aussehen.» Brunner verwies darauf, dass das Gewerbe, das Garant für eine lebendige Stadt sei, Parkplätze brauche und dass es möglich sein müsse, von ausserhalb in die Stadt zu fahren. Rykart erwähnte das Limmatquai und Brunner den Münsterhof als positives beziehungsweise negatives Beispiel für Aufwertung.

Gerechtigkeit versus Eigenverantwortung
Für Rykart sind Gerechtigkeit und Schutz der Schwachen wichtig. Für Brunner Eigenverantwortung, Freiheit und Solidarität. Betreffend Kirche meinten beide, dass ihre Entscheidungen nicht durch die Kirche geprägt seien. Brunner fand es falsch, wenn sich die Kirche in die Politik einmischt. (pm.)

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