Züriberg

Stadtrat Daniel Leupi will Situation am Römerhof für Kinder entschärfen

Das Überqueren des Römerhofs stellt für Fussgänger sowie Autofahrer stets eine Herausforderung dar. Vor allem Schulkinder sind gefährdet. Das soll sich nun ändern.

Silvana Meisel

Am vergangenen Montag früh übergab der Elternrat Ilgen 609 Unterschriften an Stadtrat Daniel Leupi. Mit der Petition fordert die ArbeitsgruppeSchulwegsicherheit eine Verbesserung der Verkehrsführung am Römerhof.

Unfall im Mai

Die unübersichtlichen Tram-Warteinseln, die komplexe Gleisführung und die vielen Fussgängerstreifen tragen zu einer unsicheren Verkehrssituation bei. Darum gründete Marcel Hänggi zusammen mit Erika Fries vor drei Jahren die Arbeitsgruppe Schulwegsicherheit. Als diesen Mai eine Schülerin auf dem Fussgängerstreifen angefahren und verletzt wurde, lancierte der Elternrat eine Petition. «Viele Autofahrer missachten die Verkehrsregeln. Kurzfristig würde erhöhte Polizeipräsenz helfen, jedoch wollen wir eine langfristige Lösung für den Römerhof», so Hänggi. Die Arbeitsgruppe fordert eine Temporeduktion und übersichtlichere Fussgängerübergänge. Die Stadt Zürich weiss um die Probleme vor Ort. Da die Halteinseln für die neuen Trams sowieso zu kurz sind, muss die VBZ den Platz anpassen. Gemäss dem Tiefbaudepartement ist der Umbau auf 2014 geplant.

Leupi: «Ich kenne die Probleme»

An der Unterschriftenübergabe am Montagmorgen waren Vertreter des Elternrats, der Schulleitung Ilgen sowie Dienstabteilung Verkehr anwesend. Daniel Leupi bedankte sich für die Unterstützung und zeigte sich verständnisvoll. «Ich habe hier in der Nähe gewohnt und kenne die Verkehrssituation am Römerhof. Jeder Unfall ist einer zu viel. Wir wollen eine Verbesserung erzielen», versprach der Polizeivorsteher. Werner Brucks, von der Verkehrsunfallauswertung Stadt Zürich, nimmt jedoch ein wenig die Dramatik weg: «Der Römerhof ist kein Unfallschwerpunkt. Zwischen Autos kommt es eher zu Zusammenstössen als mit Fussgängern.» In den letzten fünf Jahren wurden vier Personenunfälle gemeldet. Das sei wenig, betonte Brucks vor den Anwesenden aus dem Quartier.

Bringt Ampel die Lösung?

Dagegen hält Josef Marcher, Leiter Schulinstruktion Stadt Zürich. Von sechs Schulwegübergängen am Römerhof sind drei mit «erhöhter Anforderung» eingestuft, der Fussgängerstreifen an der Brändlistrasse gar mit «anspruchsvoll». Diesen könnten Kinder erst ab der zweiten Klasse alleine bewältigen. «Eine Verkehrsampel würde schon eine beachtliche Verbesserung bringen», so Marcher.
Dass der Platz tatsächlich grössere Gefahren birgt, erlebte Marcel Hänggi vom Elternrat kürzlich am eigenen Leib. Am Römerhof überquerte er einen Zebrastreifen, als ein Lastwagen zu spät bremste. Er wurde leicht touchiert. «Wir wollen uns gar nicht vorstellen, was mit einem Kind passiert wäre», sagt Hänggi. Zwar nicht am Römerhof, aber auf dem Weg dorthin, wurde auch Stadtrat Leupi am Montagmorgen angefahren, blieb aber glücklicherweise unverletzt.

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