Blues Brothers heizen im Dolder Grand ein
Elwood and Jake Blues, die beiden Protagonisten aus dem Kultfilm «Blues Brothers» standen am Sonntag mit ihrer Band im «Dolder Grand» auf der Bühne.
Andreas J. Minor
Der edle Ballsaal im «Dolder Grand» mutiert zum Konzertsaal. Die Agentur «Stars in concert» hat das Nobelhotel als Konzertstätte entdeckt. Im Abstand von mehreren Wochen treten im Ballsaal Imitatoren von grossen Stars auf. Und es funktioniert.
Grosse Namen, alle gedoubelt
Im Dezember standen die Beatles auf der Bühne. Die Konzerte waren nicht nur wegen der unsterblichen Songs, sondern aufgrund der Imitatoren der Hit. In wenigen Wochen spielt das schwedische Quartett Abba in Zürich. Und am 6. Mai kommt eine Las-Vegas-Produktion ins Dolder Grand. Dann schmettern Cher, Sting, Louis Armstrong, Céline Dion, Boy George und andere ihre grössten Songs im Ballsaal. Im November folgt ein Abend mit Discogrössen wie Robbie Williams, Michael Jackson, Boney M., Tina Turner und Madonna. Die Shows laufen offensichtlich gut. Auch am Sonntagnachmittag waren fast alle Stühle im Ballsaal des «Dolder Grand» besetzt. Das Publikum ist bunt gemischt und keineswegs nur «zürichberglike». Die Preise am Zapfhahn sind es hingegen schon: 9 Franken zahlt der Konzertgast für seine drei Deziliter Bier. Was würden wohl Jake und Elwood zu diesen Monsterpreisen sagen? Doch die Gäste sind ja wegen der Musik da. In diesem Bereich kommen sie allesamt auf ihre Kosten. Der Sound swingt vom ersten Ton. Die beiden kanadischen Brüder Geoff und Chris Dahl haben die Konzertszenen, die Bewegungen von Dan Aykroyd und John Belushi, verinnerlicht. Wäre nicht Jake einen Kopf grösser als der verstorbene Schauspieler John Belushi, glaubte man, die Originalpersonen aus dem Kultfilm von John Landis stünden auf der Bühne. Die beiden Blues Brothers wetzen durch den Saal, hampeln über die Bretter. Es ist ein wahres Vergnügen, ihnen zuzusehen und zuzuhören. Auch die Witze und die leicht ungeschickten Ansagen – allesamt perfekt imitiert.
Aretha Franklin als Gaststar
Ein wunderbarer Bläsersatz verleiht dem Sound die nötige Fülle, während Jake und Elwood vorne auf der Bühne tanzend die Hymnen des 1980 in Chicago, Illinois, gedrehten Films intonieren. «Gimme Some Lovin’» und «Everybody Needs Somebody to Love» dürfen natürlich genauso wenig fehlen wie «I’m a Soulman», der Titel des Konzertabends. Von den Stühlen riss der Blues-Hit «Sweet Home Chicago», ein Blues-Klassiker aus den 30er Jahren. Als Gaststars treten, wie im Film selbst, bekannte Musiker auf. Die blinde Soul-Ikone Ray Charles wird ans Piano geleitet. Die Nummer-eins-Hits «Georgia On My Mind» und «Hit The Road Jack» reissen die Gäste im Dolder Grand mit. Auch Aretha Franklin sorgt mit mehreren Songs, darunter auch «Think», für reichlich Stimmung. Nach zwei Stunden geht ein kompaktes und durchgestyltes Konzert zu Ende. Zufrieden und beschwingt verlässt die bunte Gästeschar das Nobelhotel wieder. Viele unter ihnen werden noch eine Weile die Melodien und Texte summen.
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