«Heute wäre er 101 Jahre alt worden»

Heinrich Fueter gilt als Filmpionier. Ihm wird ein Buch gewidmet. An der Vernissage im Theater Rigiblick wurde er geehrt.

Béatrice Christen

Was wäre die Schweiz ohne ihre Pioniere? Das Wirken markanter Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Industrie und Technik hat der Schweiz zu Erfolg und Wohlstand verholfen. Deshalb hat es sich der Verein für wirtschaftshistorische Studien zur Aufgabe gemacht, diese Pioniere einem breiten Publikum näher zu bringen. Ihr schöpferischer Geist und ihre Risikobereitschaft, aber auch ihr unternehmerisches Handeln stehen dabei im Mittelpunkt. In dieser Pionier-Reihe ist das Buch mit dem Titel «Heinrich Fueter (1911 bis 1979) Produzent – Unternehmer– Filmpionier» erschienen. Seine Vernissage fand an dem Tag statt, an dem Fueter den 101. Geburtstag hätte feiern können. Doch Fueter ist bereits im Jahr 1979 verstorben.
Sein Tod kam unerwartet, obwohl er innerhalb von 16 Jahren mehrere Herzinfarkte erlitten hatte. Nach seinem letzten Infarkt verabschiedete er sich von den Krankenschwestern im Waidspital mit einem Champagnerapéro und dem Satz «à la prochaine», auf Deutsch: bis zum nächsten Mal. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen. Fueter hinterlässt seine Spuren in der Filmwelt. Er hatte diese bereits in der Nachkriegszeit stark geprägt. Als nach dem Zweiten Weltkrieg das Umfeld für den Schweizer Spielfilm schwierig wurde, gründete Fueter die Condor Film AG. Diese befand sich in einem einzigen Zimmer im Seefeld. Seine Gattin Annemarie Blanc unterstützte sein Vorhaben. Sie sagte dazu: «Wenn es mit der eigenen Firma nicht klappt, reisen wir als Diener-Ehepaar nach Amerika. Mein Mann könnte als Koch und ich als Zimmermädchen arbeiten.»
Doch dazu sollte es nie kommen. Fueter wurde immer erfolgreicher. Er war Künstler und Geschäftsmann. Fueter entwickelte in seinem Leben unzählige Werbe-, Industrie-, Dokumentar- und Spielfilme. Und für sein Schaffen erhielt er viele Auszeichnungen. Er prägte die Filmlandschaft mit seiner Persönlichkeit und seinen Ideen. Und er erbrachte den Beweis, dass ein Filmunternehmen auch in der Schweiz erfolgreich sein kann.

Stolz der Söhne auf Vater

An der Buchvernissage blickten seine Söhne zurück auf das Schaffen ihres Vaters, auf einen grossen Mann, einen Pionier in der Welt des Films. Sichtlich gerührt und respektvoll ehrten sie sein Schaffen. Warmer Applaus begleitete ihre Ausführungen. Im Publikum hatten prominente Persönlichkeiten Platz genommen. Unter ihnen auch die Schauspielerin Maria Becker und die Kunstmalerin Marietta Gianella-Berry aus Zumikon. Bekannte Ausschnitte aus von Heinrich Fueter produzierten Filmen rundeten die Veranstaltung ab.
Beim anschliessenden Apéro hatten die Anwesenden Gelegenheit, miteinander zu plaudern und ein Exemplar des Buches über den Filmpionier Fueter zu kaufen.