Roger Suter
Die Haltestelle Milchbuck gehört zu den meistfrequentierten der VBZ: 34 000 Personen steigen hier täglich ein oder um. Hinzu kommen diejenigen, die in den Irchel-Park wollen. Zum Vergleich: Am zentral gelegenen Limmatplatz sind es 28 000 Fahrgäste täglich. Und noch ein Vergleich drängt sich auf: Die Wettbewerbe zur Umgestaltung beider Haltestellen wurden 2004 ausgeschrieben. Der Limmatplatz ist fertig, am Milchbuck stehen neben neueren Provisorien ein Dienstgebäude, ein Wartehäuschen und ein Kiosk, denen man trotz aufwändigen Unterhaltsarbeiten die starke Abnutzung ansah.
Stahl, Glas und Beton
Damit soll nun Schluss sein: Weil der 2004 ausgeschriebene Wettbewerb kein Projekt hervorbrachte, das den Kostenrahmen einhielt, hat das Amt für Hochbauten 2008 eine Machbarkeitsstudie erarbeitet, im Dezember 2009 eine neue Planerwahl im Einladungsverfahren gestartet und dann das Architekturbüro Camenzind Bosshard beauftragt. Dessen Projekt sieht nun vier gedeckte Wartehallen mit Sitzgelegenheiten vor, ergänzt mit einem begehbaren Kiosk mit Getränke- und Fotoautomat, Telefonstele und Briefkasten. Im neuen Dienstgebäude werden das Züri-WC und ein Geldautomat integriert. Nach den Tramgleisen und ihren Haltekanten, die bereits 2007 erneuert wurden, sollen nun auch die Bushaltestellen behindertengerecht werden. Für Velos gibt es neue Abstellplätze.
Die verschiedenen Gebäude an diesem wichtigen Ort – immerhin verkehrt hier die Glattalbahn vom Flughafen zum Hauptbahnhof – sollen einheitlich gestaltet sein, sagt Nicole Weber, Projektleiterin beim Amt für Hochbauten. Dies zeige sich beispielsweise in der Form der Dächer und in den sorgfältig ausgewählten Materialien wie Stahl, Glas und Beton. Die neue Haltestelle wird bei laufendem Betrieb gebaut und soll spätestens in einem Jahr fertig sein.