
Jetzt fehlen nur noch die Babys in der ehemaligen Pfarrwohnung. Krippenleiterin Margie Müller, Pfarrerin Angelika Steiner (kniend) und Lukas Hamann, einer der Helfer. Foto: Lorenz Steinmann
Zürich 2
Kirche im Wandel: Reformierte Pfarrwohnung wird zur ersten Leimbacher Kinderkrippe
Am 1. März öffnet die erste Kinderkrippe in Zürich-Leimbach ihre Pforten. Früher wohnte hier der reformierte Pfarrer. Durchaus symbolisch öffnet sich damit die reformierte Kirche.
Lorenz Steinmann
Das ehemalige Cheminée wird zum Kinderbänkli, der Gartensitzplatz zum Tummelfeld für Kleinkinder. Und die neuen Lavabos sind auf Kleinkinderhöhe montiert. Wo früher Leimbachs reformierter Pfarrer wohnte, lacht es bald aus mehr als zwei Dutzend Baby- und Kinderkehlen. Das ist neu für Leimbach und für ganz Zürich. Die reformierte Kirchgemeinde hat die Idee von Regula Lohr aus einer Zukunftswerkstatt für Leimbach hartnäckig verfolgt, und nun kann am 1. März ein erstes Etappenziel gefeiert werden. Dann eröffnet der Verein Kinderhaus Zürich Leimbach das «Kinderhaus Rütschlibach». Auf die geniale Umsetzung auf diesem Gelände ist man darum gekommen, weil die neue Pfarrerin Angelika Steiner (siehe separates Porträt) nicht in die für sie zu grosse und zu dezentrale 9-Zimmer-Wohnung (!) ziehen wollte.
Als Neunutzung stand rasch eine dringend benötigte Krippe im Zentrum, auch wenn es kirchenintern durchaus kritische Stimmen gab, wurde das Vorhaben von der Kirchegemeindeversammlung bewilligt. Vor gut einem Jahr wurde ein Trägerverein gegründet, mit Thomas Rüfenacht aus Leimbach als Präsident und weiteren Vorstandsmitgliedern aus Kirchenpflege und aus Leimbach. Man stürzte sich in die Herausforderungen. «Das Zürcher Sozialdepartement war sehr wohlwollend und geduldig», erzählt Angelika Steiner. Margie Müller, die in Bern und in Adliswil schon drei grosse Kinderkrippen geleitet hat, ergänzt: «Die Auflagen an Sicherheit und Qualität sind sehr hoch und herausfordernd.» Seis drum. Müller freut sich sehr auf die neue Aufgabe, in welcher das Wohlergehen von Familie, Kindern und der Gemeinde im Mittelpunkt stehe und nicht eine Krippe als Geschäftsmodell.
Überschreiten religiöser Grenzen Gestartet wird am 5. März mit sechs Kleinkindern; die Gruppen werden kontinuierlich erweitert, und es werden weitere Kinder aufgenommen. «Wir legen grossen Wert auf eine sorgfältige Eingewöhnung der Kinder», betont Müller. Umgeben ist das Kinderhaus von einem prächtigen Garten. Es bietet 29 Kindern Platz. Wichtig ist für die Betreiber, dass auch Eltern mit kleinerem Einkommen davon profitieren können. Ein Teil der Plätze wird von der Stadt Zürich subventioniert. Trotzdem sind Spenden willkommen, da der Verein kostendeckend arbeiten muss (siehe Kasten). Übrigens: Das Kinderhaus ist konfessionsneutral. Hier in Leimbach wird also auch so Geschichte geschrieben, werden religiöse Grenzen überschritten.
Infos: Margie Müller, 043 243 13 35 (ab 26.2.) oder
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. Spenden: Raiffeisenbank Wollishofen, Kontonr.: 410593.42, IBAN CH91 8148 7000 0410 5934 2 oder PC-87-71996-7; BC 81487. (e.)
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