
Die 1980er-Jahr-Bewegung brachte Angelika Steiner nach Zürich. Am 10. März 2012 nun wird sie zur neuen reformierten Pfarrerin von Leimbach installiert, wie das kirchentechnisch heisst. Foto: zvg.
Die neue Leimbacher Kirchenbotin
Die 53-jährige Angelika Steiner wird neue Pfarrerin in Zürich-Leimbach. Als alleinerziehende Mutter, die das Theologiestudium erst 2006 abgeschlossen hat, ist sie besonders nah am Puls der Zeit.
Angelika Steiner entspricht so gar nicht dem Bild, das man von einem Pfarrgemeindeoberhaupt hat. Doch nach dem Gespräch wird klar: Diese Frau wird Leimbach guttun. Warum? Steiner hat allein eine mittlerweile 21-jährige Tochter und einen 29-jährigen Sohn grossgezogen. Erst danach hat sie Theologie studiert. «Meine Mitstudenten waren viel jünger als ich. Das hat natürlich meinen Umgang mit Jungen und ihren Lebensthemen geprägt», erzählt sie. Politisiert wurde sie durch die Zürcher 80-Jahr-Unruhen «Damals kam ich auch nach Zürich», sagt die in Langnau im Emmental Aufgewachsene. Eine Zeit lang engagierte sich Steiner bei der politischen Vereinigung FraP, holte die eidgenössische Matura nach und studierte Theologie, nachdem ihre beiden Kinder aus dem Gröbsten raus waren.
Lange in Wollishofen daheim Nach dem Studienabschluss 2006 folgten einige Vertretungen auf dem Land und in der Stadt. Seit November 2009 nun ist Steiner, die lange Zeit in Wollishofen wohnte, Pfarrerin in Leimbach. «Mir gefällt es ausgezeichnet hier und ich werde in diesem Jahr hierherziehen», betont Steiner. Momentan wohnt sie noch am Rigiplatz, pendelt fast jeden Tag mit dem Velo in ihre Pfarrei. «So kann ich sofort absteigen, wenn ich jemanden auf der Strasse treffe», lacht sie und zeigt damit, wie offen und unverkrampft sie auf Menschen zugeht. Apropos Wohnung. Weil sie auf die ihr zustehende Pfarrwohnung verzichtet hat, kann dort eine Kinderkrippe eröffnet werden. «Ich wohne lieber näher bei Menschen als hier im eher abgelegenen reformierten Zentrum.» Am liebsten wäre ihr die Überbauung Vista Verde oder dann «ein Reihenhäuschen im Quartier». Besonders spannend erachtet sie die neue Durchmischung im Quartier. «Neben klassischen Büezern sind auch viele Akademiker neu hinzugezogen; ebenfalls viele Familien mit Kindern.»
Zweifacher Aufbruch Da kommt die von ihr mitinitiierte Kinderkrippe Rütschlibach gerade recht. Und: Der 11. März wird in doppelter Hinsicht zum Leimbacher Tag des Aufbruchs. Dann wird der Dekan und Pfarrer der Kirchgemeinde Zürich-Enge, Theo Haupt, Leimbach einen Besuch abstatten. Er setzt im Rahmen des Sonntaggottesdienstes um 10 Uhr Angelika Steiner offiziell in das Pfarramt ein. Dann hat Zürich-Leimbach seine erste Pfarrerin. Sie wird viel bewegen. Und das ist gut so.
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