Wenn alles schief läuft - Die Kolumne von Thomas Hoffmann
Kennen Sie das: Situationen, in denen alles, aber wirklich alles, misslingt? Mir genügte dafür ein banaler Anlass: Ich wollte eine Lampe aufhängen. Ich packe beide Päckchen aus. In einem das Oberteil mit dem Stromanschluss und den dünnen Schnüren für die Zugpendel. Im anderen die zierliche LED-Lampe, ein Meter lang, luftig leichte fünf auf fünf Zentimeter. Aluminium gebürstet, berührungslose Sensordimmung. Sie wird über dem Esstisch schweben.... Doch die Designer haben ihre Lampe offensichtlich nie selbst montiert, sonst hätten sie ein Stromkabel und Schrauben mitgeliefert. Nun, nachdem ich mit meiner Frau monatelang die ideale Lampe gesucht hatte, sind das Kinkerlitzchen. Letzte Woche bin ich nochmals in den Laden und habe sie bestellt. Und jetzt liegt sie da. Zweite Weihnachten im Februar. Ich eile in die Stadt, kaufe fürs Wochenende ein – finde allerdings kein zweipoliges Stromkabel, das gut isoliert ist. Also benütze ich das Kabel der alten Lampe (die eigentlich ins Arbeitszimmer sollte). Kaum ist das Stromkabel montiert, stelle ich fest, dass die Lampe eine Klemme für die Erdung besitzt ... Nun ja, über dreipolige Kabel verfüge ich zur Genüge. Aber die langen Holzschrauben, die hab ich vergessen. Zurück in die Stadt, mit dem Oberteil der Lampe unter dem Arm. Sicherheitshalber lass ich mich beraten. Der freundliche Herr in der Holzabteilung sucht Schrauben heraus, die dünn genug sind, um durch die schmalen Metallspalten zu passen, und doch lang genug, um die Lampe am Holzbalken festzuhalten. Zugegeben: Ich bin kein Handwerker. Aber ich besitze normale Schraubenzieher in allen erdenklichen Breiten, Inbusschlüssel und Kreuzschraubenzieher. Doch keiner kann diese sonderbaren «Universalschrauben» mit ihrer sternförmigen Vertiefung reindrehen. Also 70 Schrauben für die Katz – und inzwischen sind die Läden geschlossen. Ende gut, alles gut: Zuhinderst im Estrich finde ich zwei passende Schrauben. Das Oberteil hält am Balken, jetzt müssen nur noch die dünnen Schnüre durch die ebenso dünnen Öffnungen der Aluminiumlampe gefädelt werden. Definitiv zu knifflig für meine Finger. Ich rufe meine Frau zur Hilfe. Sie kommt, schaut die Lampe an, schaut mich an, schaut wieder die Lampe an und sagt: «Du hast die falsche gekauft.»
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