Sie ist ganz durcheinander und schimpft: «Das ist wirklich eine Sauerei, die Stadt hat kein Salz mehr, und nun sind Strassen und Trottoirs total vereist. Die könnten doch Splitt streuen, damit die Fussgänger besser laufen können, das ist ja lebensgefährlich.» Während ich den Gehstock und die Utensilien, welche aus der Einkaufstasche der Frau gefallen sind, einsammle, erholt sich diese vom unverhofften Sturz. Sie ist offensichtlich wohlauf und hat keinen Schaden genommen. «Ach je, die blauen Flecken, die ich davontrage, werden auch wieder heilen», lacht sie zaghaft, nimmt ihren Stock und die Einkaufstasche und balanciert weiter über den vereisten Gehsteig.
Ich setze meinen Weg fort zum Auto. Unterwegs ist es wirklich sehr glatt, aber da ich Schuhe mit gutem Profil trage und mich entsprechend sorgfältig fortbewege, gelange ich ohne Sturz zu meinem fahrbaren Untersatz. Ich fahre vorsichtig aus dem Parkplatz und werde auf der nächsten Strassenseite mit einem erneuten Opfer der Eisglätte konfrontiert. Diesmal ist es ein betagter Herr, der auf dem Boden liegt. Seine Fellmütze ist auf die Strasse gerollt, neben ihm liegt eine Gehhilfe. Hoffentlich hat er sich nichts gebrochen, denke ich.
Das sind nicht die einzigen Stürze, die ich an diesem Samstag auf der Fahrt in die Redaktion beobachtet habe, und ich frage mich – genau wie oben erwähnte Dame – weshalb die Stadt Zürich nicht versucht, wenigsten an den exponierten Stellen Split oder Sand zu streuen. Ich kann nicht verstehen, weshalb hier gespart wird. Das Sparen hört nämlich spätestens dann auf, wenn all die gestürzten Menschen mit der Ambulanz in Spitalpflege gebracht und dort – auf Kosten der Krankenkassen – betreut werden müssen, weil sie sich etwas gebrochen haben.