Seraina Zembrod
Als Nachfolger von Armin Dübendorfer wurde Lorenz Stöckli gewählt. Stöckli ist 1980 geboren und in Mollis, im Kanton Glarus, aufgewachsen. Zwischen 1998 und 2007 studierte er Horn bei Prof. David W. Johnson an der Musikhochschule Winterthur (Zürcher Hochschule der Künste), bei Prof. Francis Orval an der Hochschule für Musik Trossingen und altes Horn bei Ulrich Hübner an der Hochschule für Musik Köln. Zurzeit bildet er sich an der Hochschule der Künste Bern in Musikmanagement weiter.
Seine Dirigiergrundlagen erhielt er während seines Studiums in Zürich von Marc Kissoczy. Zudem konnte er als Ensemble- und Orchestermusiker viel Anschauungsunterricht geniessen, im positiven wie auch im negativen Sinne. Inspiriert haben ihn vor allem Nello Santi, Kai Bumann und, im Bereich Unterhaltungsmusik, Christoph Walter. Im Übrigen konnte er als musikalischer Leiter der Musikgesellschaft Harmonie Weesen während zweier Saisons viel praktische Erfahrung sammeln.
Sofort in den Bann gezogen
Seit Anfang 2008 bekleidet er nun den Dirigentenposten bei der Harmonie Wollishofen, ihn hat die ausserordentliche Spielfreude des Kollektivs dieser Formation sofort in den Bann gezogen. Lorenz Stöckli betrachtet dies als eine hervorragende Eigenschaft, die leider vielerorts deutlich weniger ausgeprägt sei. Seiner Ansicht nach ist sie ein Garant für Emotion im Spiel, was wiederum der ureigene Sinn der Musik sein sollte: Emotionen zu transportieren, um damit die Hörerschaft zu berühren.
Ein weiterer positiver Aspekt ist für ihn der Standort des Vereins. Es sei kaum möglich, meinte er, dass die Kulturstadt Zürich den Geist der Musizierenden nicht in irgendeiner Weise zu inspirieren vermöge. Inspiration sei in jedem Fall ein wichtiges Element für eine kreative Betätigung.
Auch freischaffender Hornist
Neben der Arbeit mit der Harmonie Wollishofen dirigiert Stöckli den Musikverein Brass Band Henggart. Ausserdem leitet er die Musikschule Weesen und unterrichtet Horn an den Musikschulen Glarus und Gommiswald. Und, zu guter Letzt, betätigt er sich nach wie vor als freischaffender Hornist. Sein liebstes Hobby ist: Das Leben grundsätzlich in vollen Zügen zu geniessen! Im Kreise von guten Freunden kocht er gerne, so wie er auch gerne isst, und ein guter Tropfen dazu darf natürlich nicht fehlen. Ausserdem hat sich letzten Sommer ein neues Hobby ergeben. Da er in Weesen am Walensee wohnt, hat er das Rudern entdeckt. Allerdings betreibt Lorenz Stöckli dieses Hobby abseits von Wettkampf- und Clubatmosphäre. Für ihn ist das ein guter Ausgleich zu seinem Berufsleben, in dem Gesellschaft und Leistungsdruck omnipräsent sind. Im Winter fährt er gerne Ski und Schlittschuh.
Nach seinen Zielen im Zusammenhang mit der Harmonie Wollishofen gefragt, meinte Lorenz Stöckli, dass ihm Ziele grundsätzlich suspekt seien. Bei Zielen bestehe nämlich die Gefahr, dass man kurz davor stagniere oder, endlich angekommen, sich auf den Lorbeeren ausruhe. Er spricht lieber vom Weg oder von einem Leitmotiv: und zwar im Sinne von «es ist egal, was wir spielen wichtig ist, wie wir es spielen!»