
Roger Suter
Die meisten Museen haben mehr Ausstellungsobjekte, als sie tatsächlich ausstellen können. Das ist im Schwamendinger Ortsmuseum nicht anders. Zu den bislang nicht gezeigten lokalen Schätzen gehören rund 260 alte Postkarten und Fotos, die nebeneinander aufgehängt auch nicht so viel hergeben.
Das war Museumsleiterin Erika Munz ein Dorn im Auge. Und als klar wurde, dass die Spende der Zürcher Kantonalbank zum 50-Jahr-Bestehen ihrer Schwamendinger Filiale nicht für den Unterstand der Mostpresse gebraucht wurde (ein Landwirt stellt dafür seine Scheune zur Verfügung), konnte sie mit den 2500 Franken einen Flachbildschirm besorgen, der die Bilder nacheinander als Präsentation zeigen kan
Zuvor jedoch mussten die Bilder irgendwie in den Computer. Ihr Sohn Roland Munz hat in mehreren Wochen Kleinarbeit die Bilder vorsichtig aus den Alben herausgelöst, in den Computer gescannt, die Bilddaten in mehreren Durchgängen repariert, zugeordnet, mit Texten versehen und zur Präsentation aufbereitet. Der Vorteil des Aufwands: Die Bilder sind nun in hochauflösenden Formaten und nach Themen verfügbar und können bei Bedarf schnell neu zusammengestellt, auf CD gebrannt oder auch verschickt werden. Ausserdem sind sie im Unglücksfall an mehreren Orten gesichert.
Für die Schwamendinger bedeutet dies, dass sie ihr altes Dorf künftig nicht nur im Ortsmuseum an der Probsteistrasse 10, sondern auch zu Hause am Computer begutachten können.