Der Stadtrat will das Grundstück in Seebach der Stiftung Alterswohnungen im Baurecht abgeben. Wo ursprünglich der Bau des Altersheims Köschenrüti geplant war, sollen bis spätestens 2014 88 Alterswohnungen gebaut werden. Die städtische Finanzlage, aber auch die veränderten Wohnbedürfnisse älterer Menschen führten zu einer Neuausrichtung des Projekts, so der Stadtrat. «Gemäss Forschungsresultaten zeichnet sich immer mehr ab, dass ältere Menschen am liebsten so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu führen wünschen.» Zudem wäre der Bau eines neuen Altersheims mit Baukosten von ungefähr 50 Millionen Franken mit dem Investitionsplafond nicht vereinbar gewesen. Es ist gemäss Stadt möglich, das ursprünglich geplante Projekt für ein Altersheim in ein Projekt für eine Alterssiedlung umzuwandeln. Die Stiftung für Alterswohnungen entrichtet für das Bauland gemäss Plan während einer Dauer von 62 Jahren einen Baurechtszins von 185 000 Franken pro Jahr. Die Alterssiedlung soll im Minergie-Standard, wenn möglich Minergie-Eco erstellt werden. Geplant sind neben einem Treffpunkt mit Einkaufs- und Verpflegungsmöglichkeiten zwei Pflegewohngruppen für insgesamt 20 Personen. Die ungefähren Mieten für subventionierte Wohnungen liegen zwischen 1100 Franken und 1600 Franken. Die Erstellungskosten betragen 28,3 Millionen Franken.
«Der Erfolg der städtischen Altersheime ist auf deren Quartierbezug zurückzuführen», hält Hans-Rudolf Winkelmann, Beratung und Bildung in Altersarbeit, fest. Die betagten Menschen sollten auch im Altersheim in einem ihnen bekannten Umfeld sein. Aber auch für Verwandte und Freunde müsse das Umfeld stimmen. Es könne nicht sein, dass alte Menschen das Quartier verlassen müssten, weil es im Altersheim in ihrer Nähe keinen Platz mehr gebe. Und die Situation sei gerade in Zürich Nord prekär. Die Wartezeiten zum Beispiel für das Altersheim Dorflinde würden 2,5 Jahre, fürs Altersheim Wolfswinkel 3 Jahre und fürs Herzogenmühle mehr als 3 Jahre betragen. Es sei unzumutbar, dass ältere Menschen weiterhin in ihrer Notlage auf Heime der Stadt Zürich in Adliswil, Erlenbach, Uster und Pfäffikon ausweichen müssten. «Es braucht nun dringend eine effiziente quartierbezogene Alterspolitik, bei welcher die Betroffenen mitreden können», so Winkelmann.
Auch Gemeinderat Peter Anderegg (EVP) ist überzeugt, dass der Bedarf für ein Altersheim in Seebach vorhanden ist. Er plant deshalb im Gemeinderat (nach Redaktionsschluss) eine Motion einzureichen, mit welcher er den Stadtrat verpflichten will, ein Altersheim in Seebach zu bauen. Gleichzeitig will er beantragen, dass ein Investitionskredit von einer Million in die Rechnung 2010 aufgenommen wird. «Die betagten Menschen sollen im Quartier bleiben können und nicht irgendwohin verpflanzt werden.» (pm.)