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Nun herrscht am Zweierplatz wieder ein bisschen Betrieb.  Foto: ls.

Velomech statt Schwulentreff

Weil es ein Schwulentreffpunkt war, schloss die Stadt das ZüriWC am Zweierplatz vor vier Jahren. Jetzt hat sie es an junge Leute vermietet – als Velowerkstatt und Siebdruckerei.

Lorenz Steinmann

Die Schliessung des ZüriWC am Zweierplatz war dem «Tages-Anzeiger» vor vier Jahren eine Aushangschlagzeile wert. In der Schwulenszene war man scheinbar erbost dar­über, dass die Stadt das schmucke WC am Zweierplatz (an der Ecke zur Stauffacherstrasse) schloss – offiziell wegen Vandalismus, inoffiziell, weil die Schwulenszene anscheinend Oberhand nahm und die Nachbarn störte.

Nun findet eine sanfte Wiederbelebung dieses vom ehemaligen Stadtbaumeister Hermann Herter Anfang letzten Jahrhunderts gebauten ZüriWC statt. Luca Meyer und fünf Kollegen haben einen Teil des kleinen Häuschens gemietet, für etwas mehr als 300 Franken monatlich. «Wir restaurieren hier alte Rennvelos», erzählt Meyer am Eröffnungsabend, bei dem auch Promis wie der Berner Sven Epinay (Moderator) und die Wollishoferin Roberta Fischli (Kolumnistin, wird als Nachfolgerin von Michèle Roten gehandelt) zugegen sind. Das Ganze wirkt sympathisch handgestrickt. Weil vor allem sogenannte «Fixies» ohne Gänge zusammengebaut werden, sind auch nicht sonderlich spezielle «Velomech»-Kenntnisse nötig. In einigen Wochen sollen die Produkte unter «La Familia» zudem im Netz angeboten werden; neben Velos auch Möbel, denn Luca Meyer ist ausgebildeter Möbelschreiner. Im zweiten Teil des ehemaligen WC-Häuschens ist eine kleine Siebdruckerei eingemietet. Der vordere Teil mit den eigentlichen WC-Anlagen ist und bleibt aber geschlossen.