
Pia Meier
Die Europaallee, die neue Bezeichnung für den Stadtraum HB, ist rund um den Hauptbahnhof verplant, wie Gemeinderat Niggi Scherr festhielt. Auf den SBB-Arealen entlang den Gleisen sind zum Beispiel Eigentumswohnungen, ein Designer-Hotel, Geschäfte, Räumlichkeiten für Grossunternehmungen und die Pädagogische Hochschule geplant. Die «Verschupften», die im Kreis 4 günstigen Wohnraum gefunden haben, werden vertrieben, so Scherr. «Das Quartier der Verschupften wird zum Trendquartier.» Und er bemängelte die «familiären» Wettbewerbe, bei welchen immer wieder dieselben Architekten in der Jury sässen beziehungsweise den Auftrag erhielten. Der Stadtraum HB hätte sich zum Beispiel gut für ein neues Kongresshaus mit Hotel geeignet.
Gemeinderat Alecs Recher ging auf die Problematik der SBB-Areale und der Strassenverbreiterung an der Neufrankengasse ein. Zahlreiche Häuser – unter anderen mit bekannten und beliebten Betrieben – müssten den Plänen von SBB und Stadt weichen. «Hier werden Eigentumswohnungen mit Gleissicht erstellt», so Scherr. «Dafür müssen Leute, die sonst nirgends eine Bleibe finden, gehen.»
Beim Güterbahnhof wurde auf das geplante «Justiz- und Polizei-Monster» eingegangen. «Eine Fehlplanung», so Scherr. «Ich hoffe, dass sich die Verantwortlichen nochmals überlegen, was sie mit dem Güterbahnhof machen wollen», hielt Scherr weiter fest.
Öffentlicher Gestaltungsplan
Walter Angst forderte, dass die SBB ihre Areale über die Hardbrücke bis zum Bahnhof Altstetten gemäss den Wünschen der Bevölkerung umnutzt. «Es wird an den jetzigen Quartieren vorbeigeplant», so Angst. «Es muss öffentlich über die Neunutzung von SBB-Arealen diskutiert werden, das heisst, es braucht einen öffentlichen Gestaltungsplan.» Er bemängelte, dass die Stadt ihr Recht gegenüber der SBB nicht durchsetzt: «Die Stadt ist ein verlängerter Arm der Grundbesitzer.» Die AL fordert im Speziellen, dass entlang den Gleisen auch bezahlbare Wohnungen von Genossenschaften erstellt werden. Es müsse jetzt aber schnell interveniert werden, um dieses Ziel zu erreichen. Im Stadtraum HB seien nur noch flankierende Massnahmen möglich, in Altstetten und im Gebiet Letzi brauche es ein Umdenken. Die Stadt müsse gegenüber der SBB hart auftreten. «Der Stadtrat ist eine Sonntagsschule», bemerkte er. Er forderte keine Geheimplanung, sondern offene Information.
Betreffend Langstrasse will er die bestehende Vielfalt erhalten. Dazu brauche es unter anderem bezahlbare Mieten.