
Isabel Hempen
Letztes Jahr um diese Zeit berichteten wir von den zahlreichen Frauenstrassennamen in Zürich West (Berta-, Marta-, Ernastrasse …). Heute erzählen wir von einem Frauenfest in Altstetten. Und dass Bänz Friedli auch eine Frau ist.
Der 8. März ist der internationale Tag der Frau. Er entstand zur Zeit des ersten Weltkriegs im Kampf für die Gleichberechtigung und das Wahlrecht der Frauen. Noch nicht ganz so lange wird an diesem Datum das Frauenfest im Gemeinschaftszentrum (GZ) Loogarten gefeiert. «Über 15 Jahre», sind sich Neri Baeriswyl, Sonja Hagedorn und Gaby Wittlinger einig. Alle drei sind seit rund drei Jahren im OK tätig, in welchem 13 Frauen mitwirken.
Von Frauen, für Frauen
Das Frauenfest im GZ Loogarten sei ein Fest fürs Quartier, sagt Hagedorn. Um Frauen reinzuholen, die sonst nicht ins GZ kämen. Ein Fest von Frauen für Frauen, mit ausschliesslich weiblichen Gästen – bis jetzt. Letztes Jahr etwa war eine Dessous-Designerin da, die ihre Stücke präsentierte und schilderte, wie sich die Unterwäsche im Lauf der Zeit gewandelt hat. Eine Sängerin war in den Jahren zuvor dabei, eine Kabarettistin, es gab Lesungen von Schriftstellerinnen. Auch heuer gehört der Hauptgast der schreibenden Zunft an. Nur, wie gesagt, handelt es sich dabei zum ersten Mal um einen Mann. «Bänz Friedli bekleidet ja eine klassische Frauenrolle», meint Baeriswyl und spricht damit auf Friedlis Hausmann-Kolumnen im «Migros Magazin» an. Die Idee, den Autor einzuladen, war anfangs eigentlich als Scherz gedacht. Aber: «Am Tag der Frau ist besonders der politische Hintergrund wichtig, er steht ja für Gleichstellung», so Wittlinger. Friedli, der in Albisrieden wohnt, sagte umgehend zu. Der «laute Pionier», wie die drei Frauen ihn nennen, ist indes nur einer der Programmpunkte. Eröffnet wird das Fest mit einer Ansprache der SP-Gemeinderätin Iris Bischof über Rollentausch und Karriere. Danach folgt der insgeheime Höhepunkt des Abends: das Buffet. «Total schön», findet es Baeriswyl. «Jede der Frauen – erfahrungsgemäss zwischen 50 und 80 – bringt etwas zu essen mit, das gibt einen gewaltigen kulinarischen Mix.» Auch eine DJane wird nicht fehlen.
Die Kontakte bleiben
Rund ein halbes Jahr nimmt die Planung des Fests in Anspruch. Spannend sei jeweils die erste Sitzung, wenn Ideen gesammelt würden, meinen die drei Frauen. Für dieses Jahr stand auch Regisseurin Bettina Oberli zur Auswahl; sie hatte jedoch keine Zeit. Baeriswyl, Hagedorn und Wittlinger arbeiten allesamt Teilzeit und sind ehrenamtlich im Frauenfest-OK tätig. Den Saal für das Fest stellt das GZ zur Verfügung. Hagedorn bezeichnet es als ein Erfolgserlebnis, den Anlass zu organisieren. Was davon bleibe? «Die Kontakte. Und das Zusammenrücken im Quartier.» Und vielleicht wird der diesjährige Frauentag ja verewigt. Falls Friedli das übernimmt.
Frauenfest zum Tag der Frau im GZ Loogarten. Montag, 8. März, ab 18.30 Uhr. Eintritt frei, Kollekte.