
Thomas Hoffmann
«Stadtpräsidentin Corine Mauch war von diesen Wagen auf Anhieb begeistert, als sie ihn bei einer Projektpräsentation für das Basislager sah», erzählt Daniel Ris. Früher diente der alte Ford Transit während der Flohmärkte auf dem Kanzleiareal als Grillwagen. Ris hat ihn mit viel Herzblut und noch mehr Schweisstropfen komplett ausgehöhlt, einen neuen Boden eingebaut sowie eine Gastroküche aus Chromstahl, Koch- und Induktionsplatte, Grill, Eismaschine, Kombisteamer … Jetzt steht der Ford als «Imbiss Transit» an der Räffelstrasse 28.
Nur für zwei Jahre
«Transit» trifft die Situation doppelt: Der Automarke wird Tribut gezollt und der Situation, dass der Imbiss nur für zwei Jahre auf dem Wiediker Industrieareal steht. So lange stellt die Swiss Life das Land für das Basislager inklusive Imbiss zur Verfügung. Ab Sommer 2011 will sie hier ihren Neubau in die Höhe ziehen.
Rund 115 Kulturschaffende sind seit Frühling 2009 in den 135 Containern des Basislagers an der Arbeit. «Es sind günstige Räume, die einfach eingerichtet waren» sagt Architekt Marc Angst, «sie sind geheizt und haben einen Internetanschluss, aber nur schon für das Licht musste man selber sorgen.» Der Imbiss habe sich bereits zum Treffpunkt entwickelt, lobt Angst, «zur guten Stube», in der auch Sitzungen abgehalten werden. Die Idee für ein Restaurant stammt von Landschaftsarchitektin Kathrin Ansorge, die sich neu orientieren wollte. Als dann Daniel Ris mit seinem Ford Transit für einen Infobrunch des Containerprojekts vorfuhr, war der erste Kontakt gelegt.
«Wir setzen auf lokale und frische Produkte, die wir täglich im Quartier einkaufen», betont Ris. Von Montag bis Freitag locken zwei Menus, eines davon vegetarisch. Eine Spezialität ist das Schnitzelbrot mit Sauerrahm-Schnittlauch-Sauce, von dem es zwei vegetarische Variationen gibt: Sellerie und Aubergine. «Sogar das Paniermehl machen wir selbst», sagt Ris, der die Kochlehre in einem Grenchner Restaurant mit 14 Gault-Millau-Punkten machte. Die Panade wird mit Reibkäse, Gewürzen und Weisswein verfeinert, «das gibt den typischen Transit-Geschmack», verrät Koch Ris.
«Ohne Chichi»
«Je länger, je mehr kommen Leute von ringsherum», freut sich Ansorge, «so gliedern wir uns ins Quartier ein und kommen auf einen grünen Zweig.» Die Menus seien «eine gute Abwechslung zu den Kantinenessen hier in der Binz», meint ein Gast. Ein anderer schwärmt im «Stübli-Wagen», der mit einem Holzofen geheizt wird: «Das ist Erlebnisgastronomie ohne Chichi.» Die will auch der Zürcher Stadtrat geniessen. Für gestern Mittwoch (als «Zürich West» bereits gedruckt war) hat er sich in corpore zum Mittagessen im Imbiss Transit angemeldet.
Imbiss Transit, Räffelstrasse 28. Öffnungszeiten im Winter: Montag bis Freitag 10 bis ca. 16 Uhr, Mittagessen ab 11.30 Uhr. Abends sind ab 6 bis 8 Personen Reservationen möglich: Daniel Ris, 079 2480585, Kathrin Ansorge, 076 5282642.