Florian Bissig
Die Autorenlesung der kulturellen Kommission des Quartiervereins Altstetten in der renovierten Pestalozzi-Bibliothek am Lindenplatz war gut besucht. Trotz des Länderspiels Schweiz - Holland (den Triumph konnte ja niemand ahnen) durfte Kommissionspräsident Rolf Aeschbacher seine Gäste vor vollen Rängen vorstellen. Die Liste der illustren Literaten, die in Altstetten präsentiert werden, wächst weiter. Am Mittwoch vergangener Woche wurde sie um die Namen Rolf Lyssy und Urs Heinz Aerni erweitert.
Journalistisches Gemeinschaftswerk
Der Filmregisseur Lyssy, der mit seinem Film «Die Schweizermacher» berühmt geworden ist, und der Journalist und Literaturvermittler Aerni, der auch bei «Zürich West» mitwirkt, teilen sich die Leidenschaft für das Kolumnenschreiben. In ihrem gemeinsamen Buch «Wunschkolumnen ... oder hast Dus Dir anders vorgestellt?» veröffentlichen sie Kolumnen aus den letzten Jahren, die im Zürcher Tagblatt und anderen Zeitungen erschienen sind. In einem lockeren Gespräch haben die beiden dem Publikum von ihren Tätigkeiten, Erlebnissen und von ihrer Freundschaft zueinander erzählt. Sie spielten sich gegenseitig den Ball zu, indem sie einander über das Stichwortverzeichnis ihres Buchs zum Vorlesen von Kolumnen aufforderten.
Kritisch, aber fair
Die vorgelesenen Kolumnen sprachen ein breites Spektrum von Themen an, die die Schweizer Gesellschaft in den vergangenen Jahren beschäftigt haben. Rolf Lyssy und Urs Heinz Aerni umreissen ihr Thema mit «Gott und die Schweiz». Der Grundton der Kolumnen ist stets kritisch, aber fair und humorvoll. Dem Publikum war er offensichtlich sympatisch. Lyssy und Aerni beleuchten in den Texten unter anderem Fragen der Politik, Justiz und Wirtschaft und legen stets den Finger auf Widersprüche und Missstände. Lyssy arbeitet seine Pointen eher auf eine analytische Art heraus, während Aerni häufig in der Ich-Form erzählt und einen komischen Effekt erzielt.
In dem Büchlein, das im Verlag Einfach Lesen erschienen ist, sind die Kolumnen mit einem Vorwort versehen, das das jeweilige Thema und dessen Kontext wieder in Erinnerung ruft. Nach der Lesung signierten Lyssy und Aerni Bücher und plauderten beim Apéro mit den Besuchern weiter über Gott und die Schweiz.