Toni Spitale
Zwar gab es beim Triemli keine Thermalquelle zu entdecken, dafür erfuhr man allerlei Wissenswertes über moderne Bohrtechniken und Gesteinsschichten im Zürcher Untergrund. «Das sieht ja wie in einem Flugzeug-Cockpit aus», staunt Anwohner Fernand Hubacher. Mit vier weiteren Interessierten steht er in der Steuerkabine der Bohranlage und folgt den Ausführungen des Schichtführers. Für viele Fragen und langes Bestaunen der Knöpfe, Hebel und Anzeigen reicht die Zeit aber nicht, denn draussen wartet bereits die nächste Gruppe.
Kein Wasser, keine Wärmenutzung
Im November begann das EWZ inmitten der Baustelle der Baugenossenschaft Sonnengarten zu bohren. In der Hoffnung, im Untergrund vielleicht auf heisses Thermalwasser zu stossen. Nach über hundert 24-stündigen Betriebstagen und 2708 Metern Tiefe ist klar: Es gibt kein Wasser, das von der Menge und Temperatur her für eine wirtschaftlich sinnvolle Wärmennutzung ausreichen würde. «Schade, denn die Hoffnung, dass wir künftig Heizöl sparen können, war gross», meint Johann Gnägi, Vizepräsident des Quartiervereins. Die Bohrplattform besichtigt er am heutigen Tag der offenen Tür zum wiederholten Mal. «Einfach beeindruckend», so Gnägi über deren Technik. Die anfänglich befürchteten Lärmemissionen für die Nachbarschaft seien weitgehend ausgeblieben, stellt der Besucher ferner fest. Diesen Eindruck bestätigt auch Schichtleiter Jeton Makhuni. Vor einem Monat haben ihn Bewohner aus dem Quartier gefragt, ob denn die Bohrung schon abgeschlossen sei, weil man nichts mehr gehört habe.
Der Ansturm auf die Bohrplattform war mit 500 Besuchenden gross, wie EWZ-Sprecher Harry Graf bestätigte. Neben der Führung gab es noch verschiedene Kurzvorträge mit gefundenen Gesteinsexponaten. Weiter erteilten Fachleute Auskünfte über das Projekt Geothermie und die daraus gewonnenen Erkenntnisse.
Die 20 Millionen Franken teure Erkundungsbohrung am Fusse des Üetlibergs ist somit abgeschlossen. Bald beginnt nun die Demontage der Anlage.