«Zürich ist eine gute Krimistadt»
Urs Heinz Aerni
Sein erstes Buch «Staub im Feuer» eröffnet eine Krimi-Reihe um den Hauptmann Staub, der bei der Zürcher Kantonspolizei für besondere Fälle zuständig ist. Mit erfrischendem Witz und Tempo erzählt Solèr den ersten Fall um einen Anschlag auf die S-Bahn und die dazugehörende Erpressung. Hauptmann Staub ist mit einem Fall konfrontiert, der ihn beruflich und privat herausfordert. Spannend liest man sich in die Story, die einen durch die Quartiere Zürichs führt.
«Zürich West»: Wie wurde Hauptmann Staub als Romanfigur geboren?
Ernst Solèr: Er entstand quasi wie von selbst unter meinen über den Laptop rasenden Fingern ... Nein, ein Stück weit ist es schlicht harte Arbeit. Ich denke, dass eine glaubwürdige Kommissarfigur das Allerwichtigste ist bei einem Krimi, und freue mich entsprechend, dass mein Fred Staub so gut ankommt.
Ist Zürich als Krimi-Schauplatz gut geeignet?
Klar, mehr Grossstadt gibts ja nicht in der Schweiz! Dazu weist Zürich einen der grössten Finanzplätze der Welt auf und eine gewaltige Drogenszene. Kriminell gehts auf beiden Seiten zu. Ganz allgemein gilt: Wo Menschen leben, geschehen Verbrechen das ist in Zürich nicht anders als sonstwo.
Sie leben und schreiben in der Nähe des Idaplatzes. Inspiriert Sie das Quartier zu neuen Geschichten?
Das tut es. Ich strolche aber sehr viel in der Stadt rum und kurve auf der Suche nach stimmigen Schauplätzen auch mal stundenlang durch die Provinz. Am Idaplatz wohne ich einfach gern, ich fühl mich da wie in einem Dorf. Man kennt die Leute, grüsst sich und hört immer den neuesten Klatsch.
Kann es vorkommen, dass die eigene Persönlichkeit mal in die erschaffene Romanfigur rutscht?
hab sicher versucht, eine eigenständige Figur zu erschaffen. Aber natürlich muss alles irgendwoher kommen, Persönliches fliesst durchaus mit ein, ob man will oder nicht. Ich habe einfach darauf geachtet, dass sich Staub in einigen wesentlichen Punkten von mir unterscheidet. So mag er beispielsweise keinen Alkohol und kann wenig mit Fussball anfangen. Ich aber liebe das Bier und den FCZ.
Sie schreiben bereits am nächsten Krimi. Können Sie uns schon etwas verraten?
Der nächste Staub-Krimi, «Staub im Wasser», erscheint im kommenden Frühjahr, ebenfalls wieder im Grafit Verlag, und ist nichts für schwache Nerven. Ausgehend von der geköpften Leiche eines bekannten Treuhänders in der Sihl, geraten Staub und sein Team in den Strudel undurchsichtiger Geldkrimineller. Erst als weitere Leichen auftauchen, gelingt der Polizei der entscheidende Durchbruch.
Ernst Solèr: «Staub im Feuer», Grafit Verlag, Fr. 15.80
Schriftsteller aus der Nachbarschaft
In den Zürcher Quartieren leben bekannte und erfolgreiche Schriftstellerinnen und Schriftsteller. In einer losen Serie stellt der Journalist Urs Heinz Aerni Autorinnen und Autoren vor, die im Verteilgebiet von «Zürich West» schreiben und leben. Für den Auftakt zur Serie «Schriftsteller aus der Nachbarschaft» besuchte Aerni den Krimiautor Ernst Solèr. (zw)