Erlenbach verzichtet auf das Feuerwerk

Erstellt von Manuela Moser |
Zurück

«Ein grosses Brimborium braucht es nicht», lässt sich Erlenbachs Gemeindepräsident Philippe Zehnder (par­teilos) in den Tamedia-Zeitungen ­zitieren. Und tatsächlich: Als erste ­Gemeinde an der Goldküste hat ­Erlenbach das 1.-August-Feuerwerk gestrichen. Anstelle gibt es für die frei werdenden 10 000 Franken Gratisessen für die Bevölkerung; Salat, Fleischkäse und Wurst beziehungsweise ­Vegi-Wurst stünden bereits bereit.

Grund für den Verzicht sind der Umweltgedanke – also der produzierte Feinstaub – sowie der Lärm. Zehnder findet zudem, dass das Feuerwerk nicht typisch schweizerisch sei, ganz im Gegensatz zu einem Höhenfeuer.

Küsnacht ja, Herrliberg nein

Auf Anfrage bei der Gemeinde Küsnacht heisst es, das Feuerwerk sei geplant und werde im Zusammenhang mit der 1.-August-Feier auf der Forch auch stattfinden. Vorausgesetzt, es gebe wieder aufgrund von Trockenheit ein Feuerverbot, wie dies bereits in vielen Vorjahren der Fall war.

Anders handhabt Herrliberg den 1. August. Seit rund 100 Jahren organisiert dort der Verkehrs- und Ver­schönerungsverein den Anlass. Ein Feuerwerk hat es noch nie gegeben. Vielmehr wird pünktlich um 22 Uhr das Höhenfeuer entfacht. Vereinsmitglied Toni Peterer meint auf Anfrage, ursprünglich sei damals verständlicherweise nicht der Umweltgedanke im Vordergrund gestanden. «Heute wäre es nun nicht opportun, mit diesem Brauch zu brechen und ein Feuerwerk zu zünden.» Zudem liege die Finanzierung alleinig bei der Gemeinde; ein Feuerwerk ist bekanntlich auch um einiges teurer als ein Höhenfeuer.

Noch teurer ist die umweltfreundlichere Alternative zum Feuerwerk, die Drohnen-Show. Die Zukunft? Fest steht jedenfalls, dass Feuerwerke immer mehr zum Politikum werden und sich immer mehr Widerstand regt.