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«Die Menschen hatten Angst, und das haben wir gespürt»

Erstellt von Manuela Moser |
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Ältere Menschen sind auf Hilfe angewiesen. Diese Hilfe bietet der Verein Senioren für Senioren in Küsnacht. Doch: Kann diese Unterstützung auch in Pandemiezeiten gewährleistet werden? Ein Portrait.

Fernseher kaputt während des Lockdowns? «Ein Notfall!», sagt Peter Thut, Vize-Präsident des Vereins Senioren für Senioren Küsnacht – Erlenbach – Zumikon (SfS), «bei solchen Anfragen müssen wir sofort Hilfe leisten.» Denn: Was macht man zuhause eingesperrt ohne funktionierenden Fernseher? 

Der 81-Jährige Küsnachter ist seit 20 Jahren Mitglied des Vereins und leitet die Vermittlung diverser Anliegen. Die Pandemie stellt auch ihn vor Herausforderungen. «Die Menschen hatten schon bei der ersten Welle Corona Angst, das haben wir gespürt», sagt er, «daher war es wichtig, dass die Helferinnen und Helfer wenn möglich immer dieselbe Person betreuten – das wurde auch so gewünscht.» Diese Massnahme hätte die Ansteckungsgefahr minimiert. «Die Corona-Regeln werden eingehalten, wir setzen auf Eigenverantwortung.» Thut ist dankbar, dass sich bisher seines Wissens niemand im Verein mit dem Coronavirus infizierte.  

GV musste verschoben werden

Auch die Generalversammlung, die im Frühling hätte stattfinden sollen, wurde auf den Herbst verschoben. Statt 200 Personen erschien nur knapp die Hälfte der Mitglie. Bei der Versammlung galten die Vorschriften des BAGs: Angaben der Kontaktdaten, Hände desinfizieren und auf den anschliessend geplanten Apéro verzichten.  

Der Aspekt der Solidarität und des sozialen Austausches ist für einen Verein fundamental. Insbesondere beim Verein «Senioren für Senioren» geht es darum, älteren Menschen im Alltag zu helfen und sie von schwierigen oder nicht mehr möglichen Aufgaben zu entlasten. 

«Uns ist aufgefallen, dass Menschen während des Lockdowns mehr denn je nach sozialen Kontakten dursteten», sagt der Vizepräsident. Die traditionellen Anlässe, wie beispielsweise das monatliche Jassen oder der jährliche Helferausflug, sind mehr denn je geschätzt. 

Tausende Stunden Hilfeleistungen

Der Verein Senioren für Senioren zählt mit über 2000 Mitgliedern zum grössten in der Region. Das Freiwilligen-Team besteht aus rund 100 Leuten, die vergangenes Jahr insgesamt 11 000 Stunden Einsatz leisteten. Das sind umgerechnet 460 Tage Unterstützung rund um die Uhr. 

Der Verein möchte älteren Menschen helfen, möglichst lange im gewohnten Umfeld wohnen zu können. Umgekehrt möchte er jüngere Seniorinnen und Senioren die Gelegenheit geben, ihre freie und überschüssige Arbeitskraft denjenigen zur Verfügung zu stellen, die auf Hilfe angewiesen sind.

Zu den Dienstleistungen gehört allerdings mehr als nur das defekte Fernsehgerät wieder in Gang zu bringen: Sie reichen von Haushalts-Hilfen wie Reinigungsarbeiten, Mahlzeiten zubereitung und leichterer Gartenarbeiten bis hin zu bürokratischen Angelegenheiten, wie Rechts- und Steuerberatung oder den Verkehr mit den Behörden. Ausserdem: Gesellschaft leisten, plaudern. «Oft entstehen daraus Freundschaften», so Thut. Hilfe geleistet wird für Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinden Küsnacht, Erlenbach und Zumikon, welche das 60. Altersjahr erreicht haben und Vereinsmitglied sind.

Weiter Informationen über «Senioren für Senioren von Küsnacht, Erlenbach und Zumikon» über die Website www.seniorenfuersenioren.ch oder über die Vermittlungsstelle 044  912  08  13.