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Wahldossier

Erlenbach: Kampfwahlen in allen Gremien

Erstellt von Pia Meier |
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Am 15. Mai finden die Gesamterneuerungswahlen in Erlenbach statt. Knapp 30 Kandidatinnen und Kandidaten stellten sich im Erlibacherhof den Anwesenden vor und beantworten Fragen von Sekundarschülerinnen und -schülern. 

Am 15. Mai wählen die Erlibacher und Erlibacherinnen alle Behördenmitglieder. Bei einem Wahlapero im Erlibacherhof – dem einzigen geplanten Wahlanlass mit allen Kandidierenden – konnten sich die Stimmberechtigten ein Bild ­machen von den Kandidatinnen und Kandidaten. 

«Die Wahlen sind dieses Jahr besonders interessant, denn in sämtlichen Gremien kommt es zu Kampfwahlen», meinte Marc Flückiger von der IPK Erlenbach, der die Anwesenden begrüsste. Vor allem die Wahlen in den Gemeinderat seien wegen der grossen Anzahl Kandidierenden spannend. «Trotz der relativ kurzfristigen Einladung mussten sich nur drei Kandidierende vom Wahlapéro entschuldigen», freute er sich. Unter den zirka 230 Anwesenden waren auch ungefähr 50 Sekundarschülerinnen und -schüler vom Schulhaus GSEH mit ihrem Lehrer und stellvertretenden Schulleiter Stephan Barandun. Sie konnten den Kandidatinnen und Kandidaten Fragen stellen. Moderiert wurde der ­Anlass von Andres Pfister. Er wies gleich zu Beginn auf die Spielregeln hin, das heisst, dass die Kandidierenden jeweils nur 30 Sekunden Zeit hätten, die Fragen zu beantworten. Knapp 30 Kandidatinnen und Kandidaten stellten sich den Anwesenden vor. 

Wohlhabende Gemeinde

Die Mitglieder der Rechnungsprüfungskommission (RPK) wiesen auf Fragen von Schüler Robin darauf hin, dass Erlenbach eine wohlhabende Gemeinde sei mit einem grossen Immobilienbestand. Zudem sei der Steuerfuss moderat. Das Geld soll sinnvoll ausgegeben werden. Zudem sei die Diskussion wichtig. Es wurde aber auch betont, dass die RPK nicht so viel Einfluss habe. Für die fünf Mitglieder kandidieren sieben Personen: Dov Bar-Gera (FDP), Valérie Blanc Studer (Die Mitte, neu), Jean-Marc Degen (FDP), Jochen Rechberger (parteilos), Christoph Schreib (FDP), neu), Beat Steiner (FDP) und Benjamin Vetterli (parteilos, neu). 

Dass die Bau- und Zonenordnung der Gemeinde Erlenbach revidiert wird, darauf freuen sich die Mitglieder der Bau- und Planungskommission. Es sei aber eine grosse Herausforderung. Alle vier Kandidierenden wiesen darauf hin, dass ihre Arbeit Kompetenz und Erfahrung verlange. Bei den Fragen von Schüler Lars, wie sie die bauliche Zukunft von Erlenbach sehen, stand die bauliche ­Balance zwischen Verdichtung und gleichzeitigem Erhalt des Charakters des Dorfes im Mittelpunkt. Auf die Verdichtung habe man nicht viel Einfluss, betonten alle. «Die Qualität muss stimmen», wurde festgehalten. Der Grünraum soll erhalten bleiben, meinte Breitenstein. Für die drei Mitglieder gibt es vier Kandidierende: Marie-Hélène Breitenstein (GLP, neu), Ueli Brunner, FDP), Stefan Nickisch (Die Mitte) und Claude Reinhardt (FDP, neu). 

Tagesschule stärken

Die Schulpflegekommission von Erlenbach besteht zurzeit fast ausschliesslich aus Frauen. Jetzt kandidieren auch zwei Männer. Die Zusammenarbeit in der Schulpflege sei konstruktiv und gut, wurde mehrfach betont. Die Tagesschule war bei mehreren Kandidatinnen ein Thema. Auf die Fragen von Thierry und Alice gaben sich die Kandidierenden anpassungsbereit. «Wir müssen lernen zu lernen», hielt Muriel Langenberger fest. Oliver Wulkan plädierte für einen modernen digitalen Schul­unterricht. Die sozialen Medien müssten vermehrt miteinbezogen werden. Hier kandidieren 8 Kandidaten für 7 Plätze: Corinne Boppart (parteilos), ­Nicole Flückiger (Die Mitte), Tabea Giger (parteilos), Aimée Kuhn (FDP, neu), ­Muriel Langenberger (SP, neu), Katharina Monica Paul-König (FDP), Simon Tremp (parteilos) und Oliver Wulkan (Die Mitte, neu). 

Mehr Frauen, mehr Jüngere

Nathalie und Jael stellten die Fragen den Kandidatinnen und Kandidaten für den Gemeinderat. Auf die Frage, was ihnen in Erlenbach am Herzen liegt, führten sie Folgendes auf: Qualität der Umwelt, intakte Natur, Miteinbezug der Bevölkerung, Gemeinschaft, dörflicher Charakter, aber Nähe zur Stadt, Naherholungsgebiet und Erhalt des Gewerbes. «Wir müssen Sorge tragen zu dem, was wir haben, denn es ist nicht selbstverständlich», hielt Philippe Zehnder fest. Huyen  Phan Sturm bemerkte, dass es mehr Frauen und mehr Jüngere brauche im Gemeinderat. Die GLP will frischen Wind hineinbringen, so Susanne Rieder. Werte wie sozial und ökologisch standen für Maya Suter Schilliger im Mittelpunkt.  Im Gemeinderat bewerben sich zehn Kandidaten und Kandidatinnen für sechs Sitze: Christiane Brasseur (parteilos, neu), Martin Andreas Dippon (FDP), Peter Keller (Die Mitte), Ludwig Näf (FDP, neu), Sascha Patak (FDP), Susy Pfister (parteilos, neu), Huyen  Phan Sturm (GLP, neu), Susanne Rieder, (GLP, neu), Maya Suter Schilliger (parteilos, neu) und Philippe Zehnder (parteilos, neu). 

Fürs Präsidium des Gemeinderats kandidieren gleich drei Kandidaten: Philippe Zehnder (parteilos),  Susy Pfister (parteilos) und Sascha Patak (FDP). Auf die Fragen von Andres Pfister meinte Patak, ­Erlenbach sei ein Bijou. Wichtig sei die Lebensqualität. Zehnder sieht sich als Schiedsrichter und Pfister legt Wert auf die Zusammenarbeit. «Das Dorf ist langsam entstanden. Es soll mit nötiger Sorgfalt weiterentwickelt werden», hielt Zehnder fest. «Erlenbach hat Qualitäten, der soziale Zusammenhalt muss gepflegt werden», meinte Patak. 

Für Pfister fehlt es an grünen Plätzen. Für Pfister ist die Jugend sehr wichtig. Es brauche neuen Schulraum, denn dort könnten sich junge Menschen treffen und unterhalten. Zehnder wies darauf hin, dass die Gemeinde kein Selbstbedienungsladen sei. Die Jugend muss auch eine gewisse Leistung erbringen. Patak betonte, dass es Freiraum für die Jugend brauche. 

Etwas überraschend kam die Aussage von Pfister zur Zukunft des Erlebacherhus in Valbella: «Dieses könnte die Gemeinde verkaufen.» Zehnder bemerkte: «Ich werde alles unterstützen, was gut ist für Erlenbach.» Pfister hob hervor, dass sie Wert lege auf Transparenz und aufs Öffentlichkeitsprinzip. Und Patak hielt fest, dass es Lösungen brauche bei grossen Projekten. Dies sei Aufgabe des Gemeinderates. 

Beim anschiessenden Apéro gingen die Diskussionen unter den Politikern und Politikerinnen sowie dem Publikum weiter.

Moderator Andres Pfister (links) stellte den Kandidierenden für das Gemeindepräsidium Sascha Patak (bisher), Susy Pfister (neu) und Philippe Zehnder (neu) einige Fragen.Bilder Pia Meier

Die Kandidierenden für die RPK (v. l.): Beat Steiner, Christoph Schreib, Jean-Marc Degen, Valérie Blanc Studer und Benjamin Vetterli.

Die Kandidierenden für die Bau- und Planungskommission (v. l.): Ueli Brunner, Stephan Nickisch, Claude Reinhardt und Marie-Hélène Breitenstein. 

Die Kandidierenden für den Gemeinderat (v. l.): Sascha Patak, Huyen Phan Sturm, Martin Andreas Dippon, Ludwig Näf, Christiane Brasseur, Susy Pfister, Susanne Rieder, Maya Suter Schilliger und Philippe Zehnder.