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ETH soll ökologisches Vorzeigeprojekt sein

Erstellt von Pia Meier |
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Der Gemeinderat stimmte den Sonderbauvorschriften zwecks Ausbau der ETH Hönggerberg zu. Allerdings verlangt er von der ETH zusätzlich verschiedene ökologische Massnahmen. Die ETH stimmt diesen zu.

Der Campus ETH Hönggerberg soll gemäss Gemeinderat mit dem geplanten Ausbau ein ökologischer Leuchtturm werden. Die Sonderbauvorschriften wurden deshalb vom Gemeinderat ergänzt. So verlangte der Gemeinderat zum Beispiel, dass dort nur Energiesysteme zulässig sind, die ohne fossile Energieträger betrieben werden. Weiter wird gefordert, dass die Bauten, Anlagen und Freiräume so zu gestalten sind, dass eine übermässige Erwärmung der Umgebung möglichst vermieden werden kann. «Es ist aufzuzeigen, welche Auswirkungen die geplanten Neubauten und Veränderungen im Freiraum auf das Lokalklima haben und mit welchen kompensatorischen Massnahmen zur Hitzeminderung beigetragen werden kann.» Auch sollen unnötige Lichtemissionen vermieden werden. Und nicht zuletzt soll das anfallende Regenwasser in geeigneter Weise über Versickerungs- und Retentionsflächen dem Grundwasser zugeführt werden. Dies soll zum Beispiel Hochwasser im Holderbach vermeiden.

Campus Hönggerberg stärken
Die Sonderbauvorschriften «ETH Zürich, Campus Hönggerberg» schaffen zusammen mit der BZO-Teilrevision «ETH Hönggerberg», die gleichzeitig in einer separaten Vorlage dem Ge-meinderat vorgelegt wurde, die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine bauliche Weiterentwicklung des ETH-Campus Hönggerberg, ba- sierend auf dem Masterplan 2040. Der Campus Hönggerberg soll als Ort der Forschung, der Lehre und des Wissensaustauschs zwischen Wissenschaft, Bevölkerung und Wirtschaft mit nationaler und internationaler Ausstrahlung gestärkt und weiterentwickelt werden können.
Grund für den Ausbau auf dem Hönggerberg ist, dass am Standort Zentrum der bauliche Spielraum aufgrund von Nachbarprojekten und Denkmalschutz für die ETH eingeschränkt ist. Am Standort Hönggerberg beabsichtigt die ETH daher, sowohl das Flächenangebot für das allgemeine Wachstum der ETH als auch jenes zur Entlastung des Standorts Zentrum sicherzustellen. Für den Standort Hönggerberg wird nach Angaben der ETH bis 2040 ein Anwachsen des Bedarfs auf rund 1 900 000 Kubikmeter Baumasse erwartet. Gegenüber dem heutigen Bestand von rund 1 210 000 Kubikmetern (Stand 2019) bedeutet dies einen Zuwachs von rund 690 000 Kubikmetern beziehungsweise von mehr als 50 Prozent.
Mit den Neubauprojekten der ETH nach 2020 wird die in den zurzeit gültigen Sonderbauvorschriften maximal zulässige Baumasse überschritten, weshalb eine Neubetrachtung und eine Weiterentwicklung der bestehenden nutzungsplanerischen Grundlagen erforderlich wurden. Der zusätzliche Flächenbedarf kann zu grossen Teilen innerhalb des heutigen Perimeters des Campus Hönggerberg abgedeckt werden. Der ETH-Campus Hönggerberg soll weiterhin als «Insel» in Erscheinung treten. Es wird kein baulicher Anschluss an Höngg oder Affoltern gesucht, die Innenentwicklung steht im Vordergrund. Ergänzend zum bestehenden inventarisierten Albert-Steiner-Garten kann mit weiteren klar definierten Freiräumen ein inneres Freiraumgerüst mit attraktiven Freiräumen geschaffen werden, das eine gute Orientierung und die Gesamtqualität des Campus unterstützt.
 

Opposition aus den Quartieren
Verschiedene Organisationen in Höngg und Affoltern wehrten sich gegen den geplanten Ausbau der ETH Hönggerberg – nicht zuletzt wegen der Hochhäuser, die bis zu 80 Meter hoch werden sollen.
Ein weiteres Thema ist die ÖV-Anbindung der ETH Hönggerberg. Ob diese genügen wird, um 20 000 Personen zur ETH zu transportieren, wird von vielen infrage gestellt. Die Busse der Linien 69 und 80 sind bereits heute überlastet. Ein Ersatzbus auf der Linie 80 wurde kürzlich wegen der Corona-Krise sogar zurückgestellt. Ob die Elektrifizierung der Busse und damit eine Kapazitätserhöhung die Lösung ist, muss sich erst noch zeigen.