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Gift im alten Fussballgebäude auf dem Hönggerberg sorgt für Probleme

Erstellt von Béatrice Christen |
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Dort, wo die Garderoben und das Clubhaus des SV Höngg SVH entstehen sollen, klafft eine tiefe Baugrube. Denn wegen Gift im Boden und dem Entsorgen dauert alles länger – und der kommende Spielbetrieb ist in Gefahr.

Auf dem Hönggerberg entsteht ein neues Garderobengebäude inklusive Clubhaus für den Sportverein Höngg. Nachdem die bisherigen Gebäulichkeiten abgerissen waren, wurde der Aushub in Angriff genommen. Entstanden ist eine gigantische Baugrube, an deren Rand ein 46 Meter hoher Kran steht, der allerdings nicht täglich im Betrieb ist. Passanten halten oft inne und rätseln über die Tiefe der Baugrube für ein simples Garderobengebäude. Der «Zürich Nord» hat sich beim städtischen Amt für Hochbauten erkundigt und erfahren, dass im tiefen Teil der Grube ein aufrecht stehender, sieben Meter hoher zylindrischer Wärmerückgewinnungstank unterirdisch verbaut wird. In diesem sollen die im Gebäude anfallenden Abwässer – unter anderem das Duschwasser – aufgefangen und die darin enthaltene Energie zurückgewonnen beziehungsweise verwertet werden. Der in Segmenten gelieferte Tank wird auf der Baustelle zusammengesetzt.
 

Böse Überraschung
Zwischendurch gab es immer wieder längere Pausen auf der Baustelle, die sich oft mehrere Tage verwaist präsentiert hat. Auf die Frage nach dem Einhalten des Terminplans antwortete Franziska Martin vom Amt für Hochbauten noch Anfang August: «Die fachgerechte Entsorgung der Altlasten beim Abriss der alten Gebäude und die Erstellung der Baugrube dauerten länger als vorgesehen.» Grund für die Verzögerung sei, dass es im abgerissenen Gebäude zusätzlich Altlasten gegeben habe, die im Vorfeld der Planung nicht eruiert werden konnten. Zusätzlich hätten sich unvorhersehbare Erschwernisse mit dem Baugrund und der Baugrube ergeben.
Das Amt für Hochbauten hielt sich in Bezug auf den nicht eingehaltenen Terminplan lange Zeit bedeckt. Erst kurz vor Redaktionsschluss nahm Franziska Martin vom Amt für Hochbauten der Stadt Zürich wie folgt Stellung: «Die Baufertigstellung ist für Herbst 2021 geplant. Auf den Spielbetrieb des Sportvereins Höngg hat dieser aktualisierte Baufertigstellungstermin keinen Einfluss.»
Doch das scheint nur die halbe Wahrheit. Die Anfrage beim Präsidenten des SVH ergibt nämlich, dass die Verspätung den Spielbetrieb empfindlich trifft. Martin Gubler: «Für uns ist diese Verspätung sehr wohl ein Problem, bringt sie doch einen Mehraufwand und Mehrkosten mit sich. Es gilt vorerst abzuklären, ob die Möglichkeit besteht, dass die erste Mannschaft ihre Spiele länger als vorgesehen im Sportzentrum Utogrund austragen kann. Finanzielle Einbussen erleiden wir auch beim Umsatz im doch sehr kleinen Clubhaus, in dem nur begrenzt Gäste bewirtet werden können. Problematisch würde auch der Umzug vom provisorisch errichteten Containerdörfli in die neuen Lokalitäten während der Meisterschaften im Herbst werden. Es ist unmöglich, das Garderobengebäude mit dem Clubhaus während der aktiven Spielsaison zu beziehen.»