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«Ich könnte zerplatzen vor Freude»

Erstellt von Bettina Dührkoop |
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Die bekannte Opernsängerin Noëmi Nadelmann kommt im August schon zum dritten Mal für die Kulturwoche nach Küsnacht. Es hat für interessierte Kinder noch Plätze frei.

Noëmi Nadelmann, «KinderKulturWoche mit Noëmi Nadelmann», was bedeutet das, was passiert da? 

Noëmi Nadelmann: Die Kinder bekommen die Gelegenheit, die Welt von Oper und Musical mit mir zu erleben. Ich werde gesangstechnisch mit den Kindern arbeiten, Atemtechnik und aufwärmen, so dass die Stimme gross und wunderbar klingt, und dann ganz lässige Stücke erarbeiten, die Spass machen und die man kennt. Ich sehe mich als Vertreterin der Oper, der klassischen Musik, aber gerade, wenn man mit Chören arbeitet, finde ich immer wichtig, dass man ein breiteres Repertoire bedient. Das wird ein herrliches Konzert zum Abschluss geben, in dem die Kinder und ich singen. 

Sie unterrichten nicht allein ...

Nein, ich bekomme Unterstützung von der Mezzosopranistin Bettina Weder und dem Pianisten André Desponds, der die Stücke arrangiert und damit die musikalische Leitung übernimmt. Ausserdem haben wir dieses Mal eine neue Regisseurin, Renate von Rickenbach. Aktuell sind wir gerade am Aufgleisen, wie wir das schauspielerisch, tänzerisch sowie pantomimisch lösen. Denn das ist ja nicht einfach ein Konzertabend, sondern hier werden ganz viele Arien, Chöre und Stücke «vollszenisch» präsentiert. Es wird ein sehr «heutiges» Programm, aber alles mit viel Spass und Freude.

Sie werden Opernchöre mit den Kindern einstudieren, ist das in einer so kurzen Zeit überhaupt möglich?

Wir haben ja schon die Erfahrung der vergangenen Angebote, da ging das ganz wunderbar. Sie glauben gar nicht, wie schnell Kinder lernen können. Wir werden ausserdem im Vorfeld die Lieder aufnehmen, so dass die Kinder das vorher schon zu Hause hören können, und dann geht das ganz fix.

Sie haben ja viel Erfahrung mit Chören aller Art, ist die Arbeit mit Kindern sehr viel anders als mit Erwachsenen?

Es ist natürlich anders, Kinder sind ja viel temperamentbehafteter als Erwachsene, aber ich liebe das, ich arbeite wahnsinnig gerne mit Kindern. Ich habe jahrelang Kinder unterrichtet, die solistisch gesungen haben, aber auch Chöre, daran habe ich viel Freude. Ausserdem bekomme ich gute Unterstützung von ganz vielen Helfern in dieser Woche, die sich um Essen und Spielen kümmern, so dass ich mich auf die Musik mit den Kindern konzentrieren kann. Unter den Helfern sind übrigens auch Jugendliche, die in früheren Jahren selber als Teilnehmer dabei waren und jetzt natürlich gesagt haben: «Na klar, da helfen wir mit!» Die werden sicherlich gesangstechnisch bei der Einstudierung der Stücke helfen, aber sie werden eben auch die Kinder betreuen. Wenn einer mal nicht mehr mag, dann nimmt man ihn raus, isst einen Apfel und spielt was.

Das ist ja schon die dritte Kinderkulturwoche, warum kommen Sie immer wieder nach Küsnacht?

Ich empfinde eine grosse Freude und es ist mir eine Ehre, dass ich dafür wieder angefragt wurde. Ich bin so froh, dass die Corona-Zeit jetzt vorbei ist. Die «KiKuWo» (kurz für Kinderkulturwoche, Anm. d. Redaktion) hätte ja in den letzten beiden Jahren schon stattfinden sollen und musste immer wieder abgesagt werden. Dass wir jetzt wieder mit vollem Elan an solche Sachen dürfen, dafür bin ich unendlich glücklich und dankbar. Ich habe eine Freude in mir, ich könnte zerplatzen! (lacht) Was René Weisstanner, der für den Anlass Verantwortliche bei der reformierten Kirche Küsnacht da mit ganz, ganz vielen Helfern auf die Beine gestellt hat, ist unglaublich. Ein solches Kinder-Kultur-Camp gibt es nur hier. Und die strahlenden Gesichter der Kinder am Ende sind die grösste Belohnung.

Kinderkulturwoche der reformierten Kirche Küsnacht vom 15. August bis 20. August. Es hat noch freie Plätze, Anmeldung unter www.kikuwo.ch.