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Musikalische Lichtblicke

Erstellt von Gerold Ritter |
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Nach längerer Durststrecke kann der Musikverein Harmonie Altstetten zum ersten Mal wieder grosse Konzerte durchführen. Das Programmthema «Licht und Schatten» setzt auch die Erfahrungen der letzten Zeit musikalisch um.

Die Corona-Zeit hat auch auf den Musikverein Harmonie Altstetten (MHA) einige Schatten geworfen. Vor zwei Jahren konnte er das letzte grosse Konzert durchführen, seither mussten alle Frühlings- und Kirchenkonzerte entweder abgesagt werden oder sie konnten gar nicht erst geplant werden.

Neustart nach Zwangspause

Doch es gibt zunehmend auch Licht­blicke: Der wichtigste ist sicher, dass es in den Reihen der Mitglieder und Angehörigen zwar einige Covid-Erkrankungen, aber keine schweren Verläufe gab. Seit März kann auch wieder Musik gemacht werden, zuerst nur in Fünfergruppen, ab Juni auch wieder in grösseren Proben.

Als sich der Verein Anfang Juli mit zwei Sommerkonzerten erstmals wieder in der Öffentlichkeit präsentieren durfte, war die Freude darüber sowohl bei den Mitgliedern wie auch beim Publikum deutlich spürbar.

Geprägt durch diese dunklen und lichten Erfahrungen, stehen die diesjährigen Kirchenkonzerte des MHA (jenes in ­Albisrieden fand bereits vergangenen Sonntag statt) unter dem Titel «Licht und Schatten». Die musikalischen Programmpunkte beschäftigen sich mit hell und dunkel, mit Tag und Nacht, mit natürlich leuchtenden Himmelskörpern und ­menschengemachtem Feuerwerk.

Optimismus vermitteln

Eröffnet wird das Konzert in Altstetten mit der Ouvertüre «Crescent Moon», die der Belgier Jan van der Roost 2011 für ein japanisches Orchester komponiert hat. Wie der aufgehende Mond nach und nach die Dunkelheit erhellt, wird die Musik immer heller und strahlender. Sie soll Optimismus und den Glauben an eine bessere Zukunft vermitteln, besonders nach der Katastrophe von Fukushima in jenem Jahr. Mit «O Nata Lux» schuf der Amerikaner Guy Forbes aus dem Lobgesang «Oh Licht, aus Licht geboren» ein Werk für vierstimmigen Chor, das hier als Bearbeitung für Blasorchester zur Aufführung kommt. Das dreisätzige Werk «The Mystery of Light – Nightlights» von Otto M. Schwarz beschreibt magische Licht­effekte in der Nacht, Sternschnuppen und Nordlichter, aber auch ein Feuerwerk.

Zum Sonnenuntergang werden in den britischen Streitkräften zur Trompetenfanfare «Sunset» die Fahnen eingeholt. Der Brite Rob Wiffin hat das Signal mit einem Kirchenlied zu «Evening Hymn and Sunset» verbunden und der Kombination einen neuen, moderneren Charakter gegeben.

Den Abschluss des Konzerts bildet die Komposition «Lake of the Moon». Der Belgier Kevin Houben liess sich durch die Idee, dass die Azteken von Asien über die Beringstrasse nach Südamerika gewandert seien, inspirieren. Die Reise spiegelt sich in orientalischen Musikfragmenten und südamerikanischen Rhythmen und verläuft auch entlang des Texcoco-Sees, den die Azteken den Mondsee nannten.

Multimedialer Genuss

Doch nicht nur den Ohren der Zuhörenden wird in den Konzerten viel geboten. Das akustische Schattenspiel wird zusätzlich mit Videoprojektionen von Tim Huber und Benjamin Nützi untermalt. Damit erwartet das Publikum ein multi­medialer Genuss für Augen und Ohren.

Musikverein Harmonie Altstetten: Kirchenkonzert 2021 «Licht und Schatten». Sonntag, 28. November, 16 Uhr, Neue reformierte Kirche Altstetten, Pfarrhausstrasse 21.Das Konzert findet als 3G-Anlass mit Zertifikatspflicht statt; für die Zertifikatskontrolle genügend Zeit einrechnen.