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Naturschutz bleibt in der Krise wichtig

Erstellt von Dennis Baumann |
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Thailand, Madagaskar und Kenia sind die bekanntesten Standorte, an denen sich der Zoo Zürich für den Naturschutz einsetzt. Auch während die Tore des Tierparks wegen des Lockdowns geschlossen sind, geht dessen Engagement gegen die Wilderei und die Rodung der Regenwälder weiter.

Der Zoo Zürich ist bis sicher Ende Februar für Besucherinnen und Besucher geschlossen. Hintergrundprozesse wie das Füttern der Tiere und das Reinigen ihrer Gehege laufen weiter. Wie die Tiere im Zoo die Mitarbeitenden trotz Pandemie genügend beschäftigen, so tun dies auch ihre Verwandten, die in der freien Wildbahn leben.

Denn ohne Hilfe von aussen werden die Lebensräume vieler Tiere weiter schrumpfen. Entsprechend sind die drei Anlagen Masoala-Halle, Lewa-Savanne und der Kaeng-Krachan-Elefantenpark nach den Standorten der Naturschutzprojekte benannt, die der Zoo mitfinanziert.

90 Prozent abgeholzt

Das grösste Naturschutzengagement leistet der Zoo Zürich laut eigenen Angaben in der Region Masoala in Madagaskar. Das Projekt besteht seit 1995 und ist damit auch das älteste des Zoos. In Kooperation mit dem Masoala-Nationalpark und der Wildlife Conservation Society soll die Biodiversität auf der Masoala-Halbinsel gesichert werden. Damit das gelingt, muss der Regenwald, der Lebensraum der meisten Tiere Madagaskars, geschützt werden.

Bereits 90 Prozent des Regenwaldes in Madagaskar sind heute abgeholzt. Hauptproblem sind die Brandrodungen, die zur Gewinnung von Landwirtschaftsfläche dienen. Nur können diese Flächen lediglich kurzfristig genutzt werden, weil durch Erosion der fruchtbare Boden weggetragen wird. Ein Ansatz, dieses Problem zu lösen, ist das Voranbringen nachhaltiger Landwirtschaft.

Der Schwerpunkt hier liegt in der Verbesserung der Erträge im Nassreisanbau. Durch die Einführung einer Anbau­methode, die ohne Kunstdünger und Pestizide auskommt, kann bis zu sieben Mal mehr Reis pro Hektare geerntet werden. Zudem finanziert der Zoo kleine Wasserbauprojekte mit, dank derer über 400 Hektare Ackerland bewässert werden. Damit stellen diese Projekte wirtschaftliche Alternativen zur Brandrodung dar.

Das Spitzmaulnashorn ist in den Savannen Afrikas zu Hause und ist vom Aussterben bedroht. In den Neunzigerjahren sank der Bestand auf 2500 in ganz Afrika. Grund dafür sind Wilderer, die sich auf die illegale Jagd nach Horn und Elfenbein begehen. 1998 begann die Zusammenarbeit zwischen dem Zoo Zürich und dem Lewa Wildlife Conservancy. Seither erholt sich der Nashornbestand langsam.

Heute leben rund 200 Spitzmaul- und Breitmaulnashörner im Lewa-Reservat in Kenia. Um die Tiere im und um die Gebiete des Reservats zu schützen, stellt der Zoo die Ausrüstung und Löhne für die Anti-Wilderer-Teams bereit. An vorderster Front sind die bewaffneten Sicherheitseinheiten, die im Reservat patrouillieren.

Durch die Mithilfe des Zoos sind die Sicherheitsstandards in den letzten Jahren deutlich gestiegen. So kommen nun Spürhunde zum Einsatz, die über kilometerlange Distanzen Spuren von Viehdieben und Wilderern verfolgen können. Weiter investierte der Zoo Zürich in den Helikopter der Anti-Wilderer-Teams. Dieser wurde so umgerüstet, dass er auch bei Dunkelheit fliegen kann.

Die Bemühungen lohnen sich. Seit 2013 sind laut Zoo im Lewa-Reservat nur drei Nashörner der Wilderei zum Opfer gefallen. Auch im Rest von Kenia hat sich die Zahl der Nashörner, die Wilderern ihr Leben lassen mussten, mehr als halbiert.

Friedlich zusammenleben

Der Kaeng-Krachan-Nationalpark ist das grösste und artenreichste Stück Regenwald in Thailand. Dort leben rund 200 wilde Elefanten. In Zusammenarbeit mit dem Nationalpark, der Wildlife Conservation Society und der thailändischen Regierung will der Zoo Zürich für ein friedliches Miteinander zwischen Mensch und Elefant sorgen, wie er festhält.

Denn auch in Thailand bleiben die Tiere vor der Regenwaldabholzung nicht sicher. Der natürliche Lebensraum schrumpft. Die Folge: Die Elefanten sind gezwungen, durch besiedelte Gebiete zu wandern. Darunter leidet die Ernte vieler Bauern, deren Land sich auf den Wanderrouten der Elefanten befindet.

Um die Konflikte zwischen Elefanten und Menschen zu entschärfen, versucht der Zoo getrennte Räume zu schaffen, indem er zwei Arten von Zäunen einsetzt. Die erste Art von Zaun verläuft entlang der Grenzen des Kaeng-Krachan-Nationalparks. Dabei wurde darauf geachtet, dass auf dieser Route genügend Futter und Wasser vorhanden sind.

Den zweiten Zaun errichtet der Bauer um sein Feld. Dieser Drahtzaun dient als Alarmanlage. Sobald die Elefanten den Draht dehnen, ertönt ein Alarmsignal. Der Bauer kann so die Elefanten rechtzeitig verscheuchen. Ernte und Elefanten bleiben auf diese Weise unversehrt.