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Neuer Erlibacherhof soll ab 2027 eine klare Adresse am See werden

Erstellt von Pia Meier |
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Für rund 30 Millionen Franken will Erlenbach den Erlibacherhof mit Gemeindesaal plus Hotel und Gastrobetrieb neu bauen. Den Projektwettbewerb hat das Atelier ba.le aus Basel gewonnen.

«Ich freue mich, das Siegerprojekt des Projektwettbewerbs Erlibacherhof zu präsentieren», hielt Gemeindepräsident Sascha Patak (FDP) bei der Ausstellungseröffnung im Gemeindesaal Erlenbach fest. Als Mitglied der Jury hatte er auch eine Stimme gehabt. Die Erlenbacherinnen und Erlenbacher könnten stolz auf dieses Projekt sein, meinte er weiter. Es sei selbstbewusst in seinem Auftreten und der Raum zwischen dem Hotel und dem Erlengut sei sehr gut aufgeteilt. Das Atelier ba.le, ein junges Architektenteam aus Basel, hat den Projektwettbewerb für den neuen Erlibacherhof gewonnen, zusammen mit Grand Paysage Landschaftsarchitektur, ebenfalls aus Basel.

Hotel, Bistro und Saal in einem

Das Siegerprojekt «AVEN» schlägt einen vierstöckigen Bau an der Seestrasse vor. Darin sind Hotelzimmer, Bistro und Restaurant untergebracht. Vom Restaurant und von den Hotelzimmern hat man ­einen Blick auf den See. Hinter diesem Gebäude liegt ein flacher Baukörper. Es ist der neue Gemeindesaal. Er ist für 300 Personen ausgelegt und flexibel nutzbar, da unterteilbar. Er soll auch Proberäume für die Vereine enthalten.

Die Freiraumsituation ist im Siegerprojekt gemäss Jury ebenfalls gut gelöst. Speziell am Projekt ist eine direkte Verbindung zwischen Hotel/Restaurantkomplex und Gemeindesaal vom Stadtplatz an der Seestrasse zum Garten in Richtung Erlengut, wie Jurypräsident Lorenzo Giuliani von Giuliani Hönger Architekten ausführte. Die gute Anbindung ans Erlengut war eine Vorgabe beim Wettbewerb. Der Garten soll eine grüne Oase mit einheimischen Pflanzen, Wasser und Sitzgelegenheiten sein.

Viel Platz gewonnen

Aber dies ist nicht der einzige Grund, warum dieses Projekt gewonnen hat. Es schafft auch eine grössere Platzsituation als andere Projekte. Zudem ist bei diesem Projekt alles à niveau, auch das Restaurant und der Saal. Es ist folglich fuss­gängerfreundlich. Trotzdem ist eine Anlieferung mit dem Auto möglich. Auch eine mehrstöckige Tiefgarage ist vorgesehen. Gemäss Jury bildet der neue Erlibacher­hof eine wichtige klare Adresse am See. «Der Beitrag schafft es, eine räumliche und architektonische Viel­seitigkeit in einem differenziert gestalteten Ensemble zu vereinen», so Giuliani.

Die zehn ausgewählten Architekturbüros hatten in konzeptioneller, gestalterischer, ökologischer und wirtschaftlicher Hinsicht hochwertige und unterschiedliche Lösungen erarbeitet. «Die hochklassigen Projekte machten die Wahl zur Qual», meinte Giuliani. Die Jury, bestehend aus Architekten, Gemeindevertretern und Experten, hatte im Rahmen der Nachwuchsförderung zwei junge Teams zugelassen. Eines davon war ba.le.

Abstimmung im November 2022

Der Erlibacherhof liegt derzeit in der Zone für öffentliche Bauten, in der Hotelnutzungen nicht vorgesehen sind. Nach dem Architekturwettbewerb und vor der Abstimmung über den Projektierungskredit ist deshalb geplant, ein öffentliches Gestaltungsplanverfahren für die Zonenanpassung durchzuführen. Zudem steht die Betreibersuche für Hotel und Restaurant an. Betreffend Finanzierung soll im November 2022 über den ­Abstimmungskredit abgestimmt werden. Die Abstimmung über den Bau­kredit folgt 2024. 2027 ist die Inbetriebnahme vorgesehen. Die Gemeinde ­Erlenbach hatte bereits zu einem früheren Zeitpunkt die Gesamtkosten mit 30 Millionen Franken veranschlagt.

Die Stimmberechtigten hatten an der Gemeindeversammlung ziemlich genau vor einem Jahr einem Kredit in der Höhe von 400 000 Franken für die Durchführung eines Projektwettbewerbs für den Neubau des Erlibacherhofs zugestimmt. Für Diskussionen sorgte bereits damals das Hotel beziehungsweise die Frage, ob es dort ein Hotel braucht. Auch anlässlich der Ausstellungseröffnung kam diese Frage wieder auf. Die ehemaligen Hotelzimmer und weitere Räumlichkeiten über dem Restaurant sind derzeit ungenutzt.

Giuliani versicherte, dass das geplante Hotel auch anderweitig genutzt werden könnte, wenn einmal anders entschieden würde. Weiter wurde die Höhe des Gebäudes an der Seestrasse kritisiert. Gemeindepräsident Patak meinte allerdings, das Gebäude sei nicht höher als die Kirche und deshalb nicht auffällig.

Ausstellung, Gemeindesaal Erlenbach, noch bis Freitag, 26. November, 16 bis 18 Uhr.