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Party-Schiff glänzt fast wie neu

Erstellt von Lorenz Steinmann |
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44 Jahre lag der Kahn beim GZ Wollishofen. Dort rostete er vor sich hin und wurde wegen der Kalkablagerungen immer schwerer. Darum wurde das ehemalige Kursschiff Stäfa nun von der Kibag generalüberholt.  

Einen Motor hat das 1936 erbaute Kursschiff Stäfa schon seit 1976 nicht mehr. Damals wurde das für 150 Passagiere konzipierte Schiff in einer gemeinsamen Aktion des GZ Wollishofen und des städtischen Amts für Hochbauten übernommen. 44 Jahre lag das «S» Stäfa fest vertäut am See und erlebte Jungbürgerfeiern, Hochzeitsfeste und Kindergeburtstage. Das «S» steht für Schiff, als «MS = Motorschiff» darf man den Kahn in der Seesprache nicht mehr bezeichnen.  

Doch der Zahn der Zeit nagte am durchaus eleganten Schiff, das noch im legendären Schiffbau von Escher Wyss im Kreis 5 hergestellt wurde. So schleppte die Kibag das Schiff im Juni 2020 auf dem Wasserweg nach Bäch.
Dort wurde der Kahn nach dem Auswassern von der drei Zentimeter dicken Kalkschicht befreit. Nach dem Entfernen der Inneneinrichtungen und des Bodens erlebte man eine Überraschung: Im Heck-­ und Bugbereich waren praktisch alle Bodenlager vom Rost zerfressen und mussten ersetzt werden. So wie auch diverse weitere Metallteile, wie im Mitarbeiterheft der Kibag nachzulesen ist. Die Kibag übrigens hat ihren Hauptsitz in Zürich-­Wollishofen, ist im Bauwesen tätig und hat über 1800 Mitarbeiter in der ganzen Schweiz. Dazu gehören auch die Schiffsexperten in Bäch. Diese sorgten dafür, dass das Boot fast wieder wie neu aussieht. In liebevoller Feinarbeit wurden die Einrichtungen teilweise sogar neu her­gestellt.

Damit steht nun in Wollishofen ein Zeitzeuge aus den 1930er-Jahren, als in Zürich noch «richtige» Schiffe hergestellt wurden. Laut dem GZ Wolishofen wäre nun alles bereit für Vermietungen als Party-Location. Doch wegen der Corona-Krise muss man sich noch in Geduld üben.