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Seebären geben ihr Wissen weiter

Erstellt von Urs Weisskopf |
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Erster Hilfe und Knotenkunde geprüft. Der Tag hätte schon im März 2020 stattfinden sollen – Corona-bedingt war es nun am letzten Samstag so weit.

Bereits früh am Samstagmorgen herrschte emsiges Treiben beim Seerettungsdienst Küsnacht-Erlenbach. Grund dafür war der interkantonale Jungseerettertag. «Eigentlich», so Obmann Andy Sutter vom Seerettungsdienst Küsnacht-
Erlenbach, «findet der Kurs alle zwei Jahre im März statt. Doch wegen der Pandemie mussten wir ihn zweimal verschieben.» Am Samstag standen schliesslich 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von den Seerettungsdiensten Zollikon, Küsnacht-Erlenbach, Meilen, Pfäffikon SZ, Wädens­wil, Horgen und Kilchberg bereit und durchliefen sechs Themenbereiche, in denen sie ihr Können zeigen konnten. Als Experten vermittelten Obmänner, also erfahrene langjährige Seeretter, aber auch Vertreter der kantonalen Seepolizei beziehungsweise der Stadtzürcher Wasserschutzpolizei ihr Know-how.

Was beim Posten zur Knotenkunde und den gesetzlichen Grundlagen noch als eher leicht eingeschätzt wurde, steigerte sich von Aufgabe zu Aufgabe. So ­erforderte bereits die Vermittlung der technischen Hilfsmittel die volle Aufmerksamkeit. Spektakulärer wurde es bei der Bergung von verschiedenen seetauglichen Fahrzeugen – wenn auch vorläufig nur via Bildschirm. Die Fortsetzung war im Nebenraum in Form von Erster Hilfe und der Einsatzmittel zu hören. Durch die Zusammensetzung von höchstens vier Personen pro Gruppe konnte der Unterricht sehr eindrücklich gestaltet werden.

Dann wird es plötzlich ernst

Alle Theorie mag interessant sein, die Steigerung ist doch immer die Praxis. So startete ein Rettungsboot für einen Bergungseinsatz. Ziel war, das durch einen Sturm gestrandete Boot vom Ufer wieder ins Wasser zu ziehen. Technisch nicht ungefährlich und für die jungen Seeretter eine anspruchsvolle Sache. Noch mehr Einsatz erforderte die Ölwehr-Übung. Dabei galt es, ausgelaufenes Öl, welches von einem Bach mitgetragen wurde, zu stoppen, sodass ein Auslaufen in den See verhindert werden kann. Mit grossem Einsatz waren alle dabei. «Ziel des Ausbildungstages ist es», so Obmann Andy Sutter, «eine möglichst standardisierte, aufeinander abgestimmte Wissensvermittlung der anwesenden Seerettungsdienste auf dem ­Zürichsee zu erreichen.»

Daniel Schönmann, stellvertretender Obmann vom Seerettungsdienst Küsnacht-Erlenbach, zieht nach dem Tag ein positives Fazit: «Der Anlass war ein voller Erfolg. Die Teilnehmenden fanden die
Posten abwechslungsreich.» Geschätzt worden sei auch der Austausch zwischen den Seerettungsdiensten am Zürichsee. «So konnten viele neue Eindrücke gewonnen oder andere Vorgehensweisen gelernt werden.» Eine Gesamtübung mit allem Erlernten für die Praxis rundete den Tag ab. Alles klappte – und dies, obwohl die Ausübenden erst seit maximal einem bis zwei Jahren im Dienst sind. Bei der Übung anwesend war auch Küsnachts
Sicherheitsvorstand Martin Wyss (FDP).