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Skyguide: «Historischer Verkehrseinbruch»

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Die Coronakrise schlägt sich auch in den Halbjahreszahlen von Skyguide nieder: Sie befinden sich seit April im Tiefflug.

Skyguide, die Schweizer Flugsicherung, führte und überwachte im ersten Halbjahr von 2020 270 610 Flüge nach Instrumentenflugregeln (IFR). Dies entspricht einem Rückgang von 57,1 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode, der sich vor allem in den Monaten März, April und Mai einstellte. Der Luftverkehr im von Skyguide bewirtschafteten Luftraum über der Schweiz und in den delegierten Gebieten kam zeitweise fast zum Erliegen, nachdem die Coronavirus-Krise, die Europa im März 2020 erreichte, den Flugverkehr massiv einschränkte.

98,3 Prozent aller Flüge wurden von Skyguide pünktlich abgefertigt. Diese hohe Pünktlichkeit erreichte Skyguide auch im Zeitraum vor Corona. Die Pandemie hatte keine Auswirkungen auf die Trainingsflüge und die Einsätze der Schweizer Luftwaffe sowie die militärische Flugsicherung von Skyguide.

Noch im Januar und Februar war die Zahl der von Skyguide kontrollierten Flüge im Vergleich zum Vormonat um rund 1 bis 2 Prozent gestiegen, bevor sie ab Mitte März mit einem Verkehrsrückgang von 47,2 Prozent zusammenbrach. Der Rückgang erreichte -93 Prozent im April und -91 Prozent im Mai, gefolgt von einer leichten Verbesserung im Juni ( -83,6 Prozent) nach der Aufhebung einiger lokaler Reisebeschränkungen und Sperrmassnahmen.

Billigflieger stürzten stärker ab
Über das gesamte erste Halbjahr gingen die Frachtflüge um 2,2 Prozent zurück, die Geschäftsflüge um 37,8 Prozent und die Charter-Flüge um 39,2 Prozent. Die traditionellen Airlines flogen 59,8 Prozent weniger, die Low-cost Airlines gar um 67,3 Prozent.
Auch der in der ersten Hälfte des Jahres 2020 abgewickelte Streckenverkehr ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen, und zwar um 60,3 Prozent. Die Zahl der kontrollierten Bewegungen (Starts und Landungen) in der ganzen Schweiz ging ebenfalls zurück (-52,3 Prozent).

Allein der Flughafen Zürich verzeichnete einen Rückgang der IFR-Bewegungen um 56,6 Prozent und der Flughafen Genf einen Rückgang von 50,9 Prozent. Der auf den Regionalflughäfen der Schweiz abgewickelte Verkehr weist einen geringeren Rückgang auf (-32,4 Prozent), was darauf zurückzuführen ist, dass ein Grossteil des Verkehrs auf diesen Flughäfen ausserplanmässig abgewickelt wurde.

Schon vor Corona pünktlich
Die Bezirksleitstellen der Skyguide in Genf und Dübendorf verzeichneten einen Rückgang der Flugbewegungen von 57,3 Prozent beziehungsweise 56,9 Prozent. Der verkehrsreichste Tag für Skyguide im ersten Halbjahr 2020 war Freitag, der 21. Februar, mit insgesamt 3394 abgefertigten Flügen.

Die hohe Pünktlichkeit der Flugsicherung im Januar und Februar sowie die durch den Verkehrseinbruch wegfallenden Verspätungen in den Folgemonaten führten dazu, dass 98,3 Prozent aller Flüge ohne Verspätung abgefertigt wurden.
Die Pandemie hatte keine Auswirkungen auf die Flüge der Schweizer Luftwaffe und die militärische Flugsicherung von Skyguide. Die Luftwaffe führte auch während der Corona-Krise regelmässige Trainings und Einsätze durch. (pd.)